zur Navigation springen

Gesetz : Zum Dank für Prügel gibt es das Sorgerecht

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Anlässlich des heutigen Weltkindertages haben Silke Lechterbeck und Andrea Schinz vom Frauenhaus Pinneberg an Juristen und Behörden appelliert, von häuslicher Gewalt betroffene Frauen und Kinder konsequenter vor den Tätern zu schützen. „Es wird viel zu selten von der Möglichkeit einer Umgangsaussetzung Gebrauch gemacht“, sagte Silke Lechterbeck.

shz.de von
erstellt am 19.Sep.2013 | 18:26 Uhr

Seit einer Reform des Familienrechts im Jahr 2009 werfen Mitarbeiter der Frauenhäuser, Sozialpädagogen und Psychologen Politik und Justiz vor, die Situation von Frauen als Opfern von Gewalt deutlich verschlechtert zu haben. Grund ist die Regelung, wonach der Vater spätestens vier Wochen nach der Trennung von Frau und Kind ein Sorge- und Umgangsrecht bekommen soll, auch wenn er nachweislich der Täter ist.

„Die Zeit unmittelbar nach einer Trennung ist für Frauen und Kinder erwiesenermaßen die gefährlichste, denn hier kommt es zu den meisten gwalttätigen Übergriffen und Morden“, sagte Silke Lechterbeck. Immer wieder ließen sich die leidenden Partnerinnen in dieser Zeit dazu überreden, wieder nach Hause zu kommen. Dann beginne das Martyrium von vorne. Gleichzeitig verwies Silke Lechterbeck darauf, dass das Erleben familiärer Gewalt das Vertrauen der Kinder grundlegend erschüttere, die kindliche Entwicklung beeinträchtige. „Gewalttätigte Väter haben das Recht des Kindes auf eine gewaltfreie Erziehung verletzt und haben somit ihre Erziehungsfähigkeit verwirkt. Das muss sich in der Rechtsprechung widerspiegeln“, forderte Andrea Schinz.

Gerade in den Wochen und Monaten nach einer Trennung benötigten Mütter und ihre Kinder besonderen Schutz und viel Unterstützung. Das müsse bei der Prüfung im Rahmen eines Umgangrechtsverfahrens stärker in den Mittelpunkt gerückt werden.

Experten zu Folge fliehen jährlich 20000 Frauen mit ebenso vielen Kindern vor den Gewaltausbrüchen von Lebensgefährten, Ehemännern und Vätern in die Frauenhäuser. Nicht selten sind zuvor auch die Jungen und Mädchen Opfer von psychischer, physischer oder sexuell motivierter Gewalt geworden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert