Tunnelbesichtigung : Zu Fuß auf die andere Elbseite

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Die Schraubengeräusche sind zu hören, wenn ein Schiff oben in dem großen Fluss den Tunnel überfährt, berichtet Daniel Bley, Oberbauleiter der derzeit wohl größten Baustelle im Kreis Pinneberg. Der neue Düker verläuft 42 Meter unter dem Elbspiegel und 16 Meter unter der -sohle. Das Bauwerk ersetzt ein 1970 gebautes Pendant, das durch die diversen Ausbaggerungen dem Grund zu nahe gekommen war und bei einer Notankerung beschädigt werden könnte.

shz.de von
19. Januar 2015, 21:28 Uhr

Die 1,524 Kilometer lange Betonröhre ist fertig gezogen und alles Material, Werkzeug und Installationen ausgebaut. Nur noch Stromkabel und Lampen hängen drin. Der Hausherr, die „Gasunie Deutschland“, hatte gestern zu einer Tunnelbesichtigung geladen, denn bereits morgen soll mit dem Einzug von insgesamt zwei Stahlrohren für den Gastransport von Skandinavien nach Mitteleuropa sowie acht weiteren Kunststoffrohren, unter anderem für Glasfaserkabel begonnen werden.

Aus der Region waren die CDU-Landtagsabgeordnete Barbara Ostmeier, die Hetlinger Bürgermeisterin Monika Riekhof, der stellvertretende Wehrführer Holger Martinsteg, der Uetersener Bauamtsleiter Michael Koch sowie Journalisten gekommen. Dabei zudem Vertreter des Kreises, der Telekom, des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Wedel und Tennet TSO GmbH, die demnächst für die XXL-Stromtrasse „SuedLink“ eine Elbquerung bauen muss.

„Technisch sehr, sehr anspruchsvoll“ sei das Projekt gewesen, erklärte der Planer Günter Moll. Vorgabe des Betreibers war es, dass das neue Bauwerk 100 Jahre hält. 394 Betonrohre, jedes ungefähr vier Meter lang und 25 Tonnen schwer sind unter die Elbe gedrückt worden. Im Schnitt 30 Mitarbeiter waren auf der schleswig-holsteinischen Seite, zehn auf der niedersächsischen im Einsatz.

Ganz unterschiedliche Bodenverhältnisse bot die Strecke zwischen Hetlingen und Lühesand. Die Geschwindigkeit des Vortriebs werde allein durch die Geologie vorgegeben, so der Chefplaner. Andererseits: Bei der Planung ist von sechs Störfällen ausgegangen worden, tatsächlich wurden es nur drei.

Ausprobiert wurde ein neues, von Experten der Technischen Universität Clausthal-Zellerfeld entwickeltes Geo-Scan-Verfahren. Dies ist ein akustisches Verfahren, mit dem Baugrund erkundet wird. So konnten frühzeitig Gesteins- und Bodenformationen erkannt werden. „Langsam fahren ist manchmal schneller“, so das Fazit von Moll.

Im April 2015 soll der Neubau fertig sein, erklärt Bley. Es muss allerdings noch der alte Düker rückgebaut werden. Wann dies beendet sein wird, steht noch nicht fest. Derzeit laufen die Ausschreibungen, so Dr. Philipp von Bergmann-Korn, Pressesprecher der Gas-unie.

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