zur Navigation springen

Flächennutzungsplan : Zoff um die Dorfentwicklung

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Zwischen giftig und argumentativ sind die Diskussionen während einer jüngsten Sondersitzung der Gemeindevertretung verlaufen. Christdemokraten und Freie Wähler stritten über den neuen Flächennutzungsplan und damit über die Frage, wie sich das Dorf entwickeln soll.

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2013 | 19:31 Uhr

Streitpunkt Nummer 1 ist die Ausdehnung des Dorfes. „Früher galt der Satz ,Innenentwicklung vor Außenentwicklung’“, erklärte der FW-Fraktionssprecher, Michael Rahn. Deswegen würde die Wählergemeinschaft darauf setzen, Flächen für Gewerbe und Wohnungsbau im Dorf zu schaffen.

Es gibt keine Flächen im Dorf, die uns derzeit zur Verfügung stehen“, hielt der Bauausschussvorsitzende Matthias Strauch (CDU) dagegen. Deswegen wird ein Privatperson ein Baugebiet am Ortsausgang Richtung Haseldorf schaffen und Richtung Holm gibt es dann ein Misch- und ein Gewerbegebiet. Die beiden Flächen an de Holmer Straße sind der Streitpunkt Nummer 2.

„Es gibt acht Interessenten aus dem Dorf für das Gewerbegebiet“, sagte Strauch. Und Bürgermeister Barbara Ostmeier ergänzte, dass es schwierig sei, Gewerbe im Ort anzusiedeln, weil sich dagegen meist Bürgerprotest regt. Mit der Ausweisung der Flächen an der Holmer Straße würden die Gewerbesteuer-Einnahmen der Gemeinde gesichert und möglicherweise auch erhöht, ergänzte der CDU-Fraktionsvorsitzende Alexandré Thomßen. „Unser Ortseingang aus Richtung Holm ist das Tor zur Marsch und das verschandeln wir uns durch Gewerbe“, kritisierte Rahn. Außerdem kritisierte er die mögliche Lärmbelastung der Bewohner des Blink durch die Betriebe.

„Bei einem Gewerbegebiet zahlt die Gemeinde immer dazu“, sagte Rahn. Heist hätte ein Gebiet ähnlicher Größe erschlossen, dass schnell verkauft werden konnte, aber es blieben 80000 bis 100000 Euro Minus. Nach dem Minusgeschäft mit dem Verkauf der Grundstücke des Baugebietes „Achter de Kark“ und dem weitestgehend kreditfinanzierten Bau der Feuerwache sei das Gewerbegebiet also das dritte Projekt mit finanziellem Risiko für die Gemeinde, dass die CDU eingehen wollte.

Dem entgegnete die Bürgermeisterin, dass der Verkauf der Neubaugrundstücke von beiden Fraktionen abgesegnet worden sei. „Es wäre besser, wenn wir gemeinsam mit Haseldorf ein Gewerbegebiet entwickeln würden“, griff der FW-Mann eine alte Idee aus der Marsch auf. Matthias strauch antwortete: „Wir haben nichts davon, wenn wir das mit Haseldorf machen.“

Entscheidungsreif oder nicht?

Streit gab es auch über die Frage, ob der Flächennutzungsplan derzeit entscheidungsreif ist. FW-Fraktionssprecher Michael Rahn kritisierte, dass die 130 Seiten des Plan- und Umweltberichts sowie die rund 25 Seiten der Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange nicht erst im Bau- und Umweltausschuss diskutiert worden sind.

„Das ist Fisselarbeit und muss Punkt für Punkt durchgegangen werden“, so Rahn, „wenn wir es hier machen würden, sitzen wir spät in der Nacht noch zusammen.“ Deswegen ist es aus seiner Sicht „ziemlich gewagt“, den Flächennutzungsplan abzunicken.

Bürgermeisterin Barbara Ostmeier (CDU) verwies dagegen darauf, dass es politischer Wille des Bauausschuss gewesen sei, den Plan zu verabschieden. Dass hatten die Christdemokraten mit ihrer Mehrheit beschlossen. „Und wir haben den Plan ausführlich diskutiert“, ergänzte sie.

Weiterhin hatte der Planer der Gemeinde, Michael Schöne, ihn als entscheidungsreif bezeichnet, sagte Barbara Ostmeier. „Aus meiner Sicht kann er beschlossen werden“, sekundierte der so Angesprochene.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert