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Zoff in der BfB: Jäger verlässt die Fraktion

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

PolitikStreit um Obergrenze bei Kita-Gruppen

shz.de von
erstellt am 18.Feb.2017 | 15:51 Uhr

Eigentlich waren die Mehrheiten für eine erneute Anhebung der Gruppengrößen im Kita-Elementarbereich klar. CDU und BfB wollten sie am Donnerstagabend im Bildungsausschuss von 20 auf 22 heraufsetzen. Wieder einmal, nachdem es erst im September 2016 eine Senkung auf 20 Plätze pro Gruppe gegeben hatte. Doch diese Rechnung ging nicht auf.

Petra Jäger, gewähltes BfB-Ausschussmitglied, verweigerte ihre Zustimmung. Sie wisse, wie stark gefordert die Erzieher bereits bei einer Gruppengröße von 20 Kindern im Elementarbereich (drei bis sechs Jahre alte Kinder) seien. Es werde immer mehr Erziehungsleistung auf die Kitas abgewälzt, zudem sollten sie auf die Schule vorbereiten. Kitas seien daher ein Teil des Bildungssystems in Deutschland. Mit ihrem Gewissen könne sie die geplante Anhebung nicht vereinbaren. Jäger kündigte an, mit „Nein“ stimmen zu wollen. Das hatten auch SPD und Grüne angekündigt, sodass die Ein-Stimmen-Mehrheit von CDU und BfB futsch gewesen wäre. Gewesen, weil Holger Köpcke von der BfB-Fraktion den „Rettungsanker“ ausgeworfen hatte, um die verfahrene Situation zu beenden. Er artikulierte weiteren Beratungsbedarf und stellte den Antrag, die Angelegenheit zurück in die Fraktionen zu verweisen.

Köpcke sagte, er kenne nicht alle aktuellen Zahlen. Insbesondere ging es ihm um die Anzahl der Integrationsgruppen unter den insgesamt 24 Kita-Gruppen im Elementarbereich. Denn in solche Gruppen dürfen höchstens 15 Kinder aufgenommen werden − egal welche Obergrenze die Politik beschließt. Durchaus möglich ist es also, dass die erhofften 48 zusätzlichen Plätze, die durch die Heraufsetzung der Gruppengrößen theoretisch geschaffen werden, nicht zu realisieren sind. Dann zerplatzt die Idee der kostenneutralen Versorgung der Kids wie eine Seifenblase und Uetersen müsste vermutlich doch Geld in die Hand nehmen und bauen.

Die Verwaltung wurde gebeten, die tatsächlichen Gruppengrößen zu ermitteln. Wenn man im Vorfeld von dieser Frage der Politik erfahren hätte, hätte es bereits zur Sitzung eine Antwort geben können, ärgerte sich Ressortleiterin Anja Stange, die gerne frühzeitig geholfen hätte. So aber heißt es, sich bis zum 11. Mai in Geduld zu üben. Denn erst dann wird der Bildungsausschuss erneut zusammentreten. Dann allerdings ohne Petra Jäger. Sie legte alle ihre politischen Ämter nach Ende der Sitzung nieder.

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