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AWO Wohn- und Servicezentrum : Zeitspender und Beobachter zugleich

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Nicht zum ersten Mal hat sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann im AWO Wohn- und Pflegezentrum über die allgemeine Situation der Altenpflege informiert, Gespräche mit Mitarbeitern geführt und Bewohnern der Einrichtung Zeit geschenkt.

Und doch war sein jüngster Aufenthalt in der AWO-Einrichtung an der Friedrichstraße von ganz neuen Erfahrungen geprägt. Ernst Dieter Rossmann begleitete für drei Stunden Betreuungskraft Ingrid Kuklok-Mulic. Sie ist im beschützen Bereich der Einrichtung tätig und widmet sich in ihrer täglichen Arbeit 18 an Demenz erkrankten Menschen. Gemeinsam mit Ingrid Kuklok-Mulic hatte auch der SPD-Bundestagsabgeordnete intensiven Kontakt zu drei Bewohnern im beschützen Bereich. Sein Besuch war jedoch nicht nur eine Zeit-Spende für Demenzkranke. Er diente der Verstärkung seiner Erkenntnis, dass Pflege Zeit braucht, ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff, eine Flexibilisierung der Pflegeleistungen und ein Abbau von Bürokratie in der Pflege dringend notwendig sind. „Ich zolle Frau Kuklik-Mulic und den anderen Betreuungskräften höchsten Respekt. Sie leisten soziale und psychische Schwerstarbeit. Ihre Arbeitsleistung muss von der Gesellschaft und materiell höhere Wertschätzung erfahren“, so Rossmann. Er habe nun anschaulich miterlebt, dass Zeit, Ruhe und Entspanntheit bei der Betreuung von Demenzkranken, die oft körperlich fit seien, aber Anleitung und sensible Zuwendung brauchen, eine große Rolle spielen. Und um diese Voraussetzungen zu ermöglichen, müssten gesellschaftliche Antworten zur Pflege, zum Pflegebedürftigkeitsbegriff und zur Einbeziehung von Demenz in die pflegerische Versorgung gefunden werden, so Rossmann.

Nach dem Willen der SPD soll der Beitragssatz für die gesetzliche Pflegeversicherung um 0,5 Prozent angehoben werden. „Damit gehen wir mutig, aber ehrlich in den Wahlkampf“, betonte Rossmann. Ines Wiese, Leiterin der Wohn-Pflege des AWO-Zentrums, und Katharina Birke, Leiterin der sozialen Betreuung, machten deutlich, dass auch ein Umdenken bei der Pflegedokumentation erfolgen müsse. Die Pflegedokumentation sei viel zu aufwendig. Die Zeit fehle dann in der Pflege und Betreuung.

Vor dem Hintergrund, dass nach Expertenansicht die Zahl der Demenzkranken in Deutschland von aktuell 1,5 Millionen auf 3 Millionen im Jahr 2050 ansteigen wird, müsse das Thema begleitende Betreuung und Pflege ein zentrales Thema werden, waren sich der SPD-Bundespolitiker und die AWO-Mitarbeiterinnen einig. „Wir stehen mit unserer Einrichtung zur Verfügung, um die Augen dafür zu öffnen, was Betreuung und Pflege bedeuten“, so Ines Wiese.

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erstellt am 23.Aug.2013 | 18:41 Uhr

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