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Jugendhilfeausschuss : Zehn Modelle für die flexible Kita

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Wie flexibel darf ein Kindergarten seine Öffnungszeiten gestalten? Manche Eltern wollen ihr Kind nur an bestimmten Tagen abgeben, andere möchten es bis in den Abend betreuen lassen. Wechselnde Anforderungen im Beruf lassen die Nachfrage nach variablen Kita-Angeboten steigen.

Die Emotionen kochten daher hoch, als die Kindertagesstättenaufsicht des Kreises vor rund einem Jahr die Einführung eines Kitaplatz-Sharings ablehnte (wir berichteten). Gegner argumentierten etwa, dass die Entwicklung der Kinder unter der wechselnden Gruppenzusammensetzung leide.

Nach intensiver Beratung legte die Verwaltung dem Jugendhilfeausschuss am Montag zehn Modelle für die flexible Kita vor. Vertreter der Kindergärten, der Träger, der Familienbildungsstätten, der Eltern und der Kita-Aufsicht hatten sie im Juli erarbeitet. 1. Kitas dürfen ihren Spätdienst um mehr als 60 Minuten verlängern, wenn sie pro Stunde zwei pädagogische Kräfte stellen.

2. Die Kindergärten dürfen für den Früh-, Mittags- und Spätdienst Gutscheine ausgeben, die Eltern bei Bedarf einlösen können. Voraussetzung ist, dass ausreichend Personal flexibel einspringen kann.

3. Eine Mittagsgruppe kann ein Auffangbecken für Kinder darstellen, die länger bleiben sollen oder vor einer Nachmittagsgruppe früher abgegeben werden. 4. Bei dringendem Bedarf können Träger pro Elementargruppe zwei Zweieinhalbjährige aufnehmen, insgesamt aber nicht mehr als vier Kinder dieses Alters. Die Plätze für Elementarkinder werden entsprechend reduziert.

5. Wollen Kitas mehr als zwei Kinder unter drei Jahren in eine Elementargruppe aufnehmen, brauchen sie zusätzlich eine halbe Fachkraft.

6. Kitas dürfen Krippengruppen für wöchentlich drei aufeinander folgende Tage einrichten. 7. Die Einrichtungen dürfen flexible Ganztagsgruppen anbieten. Wenn mehr als die Hälfte der Kinder den gesamten Tag über und der Rest an jedem Vormittag betreut wird, können die Vormittagskinder die Gruppe auch an zwei oder drei Nachmittagen besuchen. 8. Die Kindergärten dürfen Schichtdienst-Gruppen für Drei- bis Sechsjährige anbieten. Arbeitet eine Mutter in der Frühschicht, besucht ihr Kind die Gruppe von 8 bis 16.30 Uhr. Hat die Mutter Spätschicht, lässt sie ihr Kind von 12 bis 20.30 Uhr betreuen. Der Rhythmus wechselt wochenweise. Dabei entstehen den Kommunen aber sehr hohe Personalkosten.

9. Tagesmütter dürfen Kinder auch nachts aufnehmen.

10. Tagesmütter können das Angebot von Kindergärten ergänzen. Haben sie eigene Räume in den Einrichtungen oder in der Nähe, können sie die Kinder dort vor und nach den Gruppenzeiten betreuen.

Träger können die Einführung dieser Modelle bei der Kita-Aufsicht des Kreises Pinneberg beantragen. Die erteilt die Genehmidung, wenn die Anforderungen eingehalten werden.

200 zusätzliche Plätze bei Tagesmüttern und -väternBis Ende 2014 soll die Zahl der Betreuungsplätze bei Tagesmüttern und -vätern im Kreis Pinneberg um 200 auf 880 steigen. Dafür sprach sich der Jugendhilfeausschuss am Montag auf Antrag von CDU und FDP mehrheitlich aus. Tageseltern dürfen Kinder nur mit entsprechender Qualifikation und Genehmigung des Kreises betreuen. Der Ausschuss empfiehlt, den Familienbildungsstätten ab Januar jährlich 173800 Euro und damit 52100 Euro mehr als bisher für die Ausbildung, Beratung und Vermittlung von Tageseltern zu geben. Grund ist die steigende Nachfrage und der Rechtsanspruch auf Betreuung von Ein- bis Dreijährigen ab 2013. Nach Schätzung von Bärbel Köhnke, Leiterin der Kita-Aufsicht betreuen Tagesmütter bereits zu 80 Prozent Kinder unter drei Jahren. Für kleine Kommunen kann die Tagespflege eine Alternative zum Kita-Neubau sein. (jhf)

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erstellt am 01.Nov.2011 | 21:28 Uhr

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