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Uetersener Nachrichten

22. August 2017 | 19:32 Uhr

Geburtstag : Zehn Jahre segensreich aktiv

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

In Deutschland gibt es Lebensmittel im Überfluss – und trotzdem herrscht bei vielen Menschen ein Mangel. Die „Tafeln“ in Deutschland bemühen sich um einen Ausgleich. Sie sammeln „überschüssige“, aber qualitativ einwandfreie Lebensmittel, und geben diese an Bedürftige weiter.

Seit zehn Jahren gibt es die „Uetersener Tafel“. Dieser runde Geburtstag soll in diesem Jahr ausgiebig gefeiert werden. Ein genaues Datum, sagt Ferdinand Nanz, stehe dafür aber noch nicht fest.

Dennoch möchte der Vorstand anlässlich des zehnten Geburtstages, der offiziell Mitte März gefeiert wird, auf den Stellenwert der „Uetersener Tafel“ hinweisen. Nach wie vor könne auf diese Einrichtung, die sich im Finkenbrookgebäude befindet, nicht verzichtet werden. Ganz im Gegenteil: Die „Uetersener Tafel“ versorge heute so viele Menschen wie noch nie zuvor. 700 Erwachsene und 250 Kinder zählen zu den Kunden, die zweimal pro Woche mit Lebensmitteln versorgt werden. Zurzeit finden immer mehr Flüchtlinge den Weg zur „Tafel“. Der Vorstand spricht dabei von einer Quote von rund 70 Prozent.

Der Ansturm habe dazu geführt, dass man das System der Verteilung habe ändern müssen. Bislang habe sich jeder Kunde dreimal pro Woche mit dem Nötigsten versorgen können, doch sei das Team der rund 60 Freiwilligen, also das Rückgrat der „Tafel“, inzwischen dabei an seine Grenzen gestoßen. Denn zuletzt seien montags, mittwochs und freitags bis zu 400 Menschen gekommen, um Lebensmitteltüten entgegenzunehmen.

Logistisch sei das nicht mehr zu bewältigen gewesen, so der Vorstand, der das Rotationssystem daher modifiziert hat. Jeder Kunde darf sich nun nur noch zweimal pro Woche mit Lebensmittelspenden versorgen. Dabei wird immer ein Öffnungstag ausgelassen. „Wir wären sonst auch bei den gespendeten Lebensmitteln an unsere Grenzen geraten“, so Nanz. Zwar gibt es mehr als 50 Partner in der Region, die der „Tafel“ Lebensmittel zukommen lassen, doch bei 1200 Kunden pro Woche wäre es knapp geworden. Nicht nur Uetersener suchen die „Tafel“ auf, um sich dort helfen zu lassen. Auch Menschen aus Tornesch, Moorrege, den Marschgemeinden, Heidgraben und weiteren Nachbarorten suchen das Finkenbrookgebäude auf. Täglich sind es jetzt noch etwa 190 Erwachsene und 70 bis 90 Kinder. Innerhalb der ehrenamtlich Tätigen gibt es feste Strukturen. Unterschiedliche Gruppen kümmern sich um das Abholen der Lebensmittel mit eigenen Kühlfahrzeugen, um das Sortieren der Lebensmittel, um die Ausgabe und schließlich auch um die anschließende Reinigung des Gebäudes. Ein Team kümmert sich um die Betreuung des „Cafés der Begegnung“. Dieses „Café“ liegt dem Vorstand besonders am Herzen. Es handelt sich dabei um einen gestalteten Raum, der mit Tischen und Stühlen bestückt wurde. Das Café ist während der Lebensmittelausgabe geöffnet. Der „Tafel“-Vorstand weist immer wieder darauf hin, dass dieses Café allen Bürgern zur Verfügung steht. Doch alles Rufen hat bislang nichts genützt. Nach wie vor bleiben „Tafel“-Kunden dort unter sich. „Leider“, sagen Nanz und seine Vorstandskollegen.

Das ehrenamtliche Engagement, das das Budget des Staates entlastet, beträgt alleine in Uetersen 1312 Arbeitsstunden im Monat. Jeder freiwillig Tätige ist somit durchschnittlich mehr als 20 Stunden pro Woche für die „Tafel“ im Einsatz. Die regelmäßige Vorstandsarbeit komme dabei noch einmal hinzu.

Ferdinand Nanz ist der vierte Vorsitzende in der Geschichte des Vereins. Vor ihm wirkten an dieser Stelle Mitbegründer Roland Bräuer, Rolf Maßow und Adolf Bergmann. „Danke“ sagt der Vorstand in Richtung aller, die durch ihre Mithilfe dazu beigetragen haben, die „Tafel“ zu dem zu machen, was sie heute ist: das sind die Lebensmittelspender, die ehrenamtlichen Helfer, die Mitglieder des Trägervereins, die Stadt Uetersen und die weiteren verlässlichen Förderer.

Hingewiesen sei an dieser Stelle auf den 17. März. Um 19 Uhr beginnt im Martin-Luther-Haus die Jahresversammlung des Vereins. Während des Abends muss der gesamte Vorstand neu gewählt werden. Das Treffen ist öffentlich. Eine Mitgliedschaft ist bereits ab zehn Euro Jahresbeitrag möglich.

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erstellt am 29.Feb.2016 | 20:47 Uhr

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