Regenwasser : Zahlen müssen am Ende alle Bürger

Sie tun sich schwer mit einer Entscheidung, sehr schwer sogar! Nicht nur, weil das Thema kompliziert (und recht trockene Materie) ist, sondern auch, weil eine Entscheidung wohl zu einer höheren finanziellen Belastung der Bürger führt!

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16. September 2012, 19:18 Uhr

Die Gemeinde Haselau kommt nicht umhin, spätestens zum Ende des Jahres etliche Kilometer Regenwasserentsorgungsleitung vom Sielverband zu übernehmen. Findet sich dann kein neuer externer Betreiber, bleibt diese Aufgabe mit dem zusätzlichen Verwaltungsaufwand an der Gemeinde hängen.

Das Thema begleitet die Gemeindevertreter und Ausschussmitglieder schon lange, wird immer mal wieder in den Gremien diskutiert. Nun soll endlich eine Entscheidung darüber her, wie viele Kilometer Rohre die Gemeinde zu übernehmen hat.

Zum Verständnis: In der Marsch sind die Deich- und Sielverbände für die ordnungsgemäße Ableitung des Regenwassers, das auf unbefestigten Flächen anfällt, in Gräben und Gewässer zuständig. Für das Niederschlagswasser auf befestigten oder versiegelten Flächen sind zumeist die Gemeinden zuständig, so auch in Haselau.

Welche Rohrleitungen ihre Gewässereigenschaften verloren haben, also hauptsächlich der Regenwasserentsorgung der bebauten Ortslagen dienen und somit an die Gemeinde übergehen, ist für jede Rohrleitung einzeln immer mal wieder zu prüfen. Ist die Fläche der bebauten Ortslage im Einzugsgebiet einer Leitung im Verhältnis größer als die unbefestigte Fläche, ist das Rohr Gemeindesache. Grundlage für die Ermittlung der Zuständigkeiten ist ein Berechnungsschlüssel, über den noch diskutiert wird.

Erst wenn hier eine einvernehmliche Regelung mit dem Kreis gefunden wurde, will die Gemeinde dem Sielverband Leitungen abnehmen. „Allerdings möglichst nicht, um sie dauerhaft selber zu betreiben“, sagte Bürgermeister Rolf Herrmann. Zu groß wäre der zusätzliche Verwaltungsaufwand. Folglich wird ein Betreiber gesucht. Und es gibt auch Interessenten, etwa den Deich- und Hauptsielverband und den Abwasserverband Elbmarsch (AVE), eine Tochtergesellschaft des azv Südholstein in Hetlingen. „Welchen Weg wir auch gehen, es wird zu höheren Belastungen für die Grundstücksbesitzer führen", sagte Haselaus stellvertretender Bürgermeister Gunter Küchler. Das sieht auch Rolf Herrmann so.

Die Leitungen müssen überholt werden, Rücklagen für den Fall einer Sanierung sind zu bilden. Das wird sich in den Beiträgen wiederfinden. Die im Volksmund „Regensteuer“ betitelte Abgabe gibt es in anderen Kommunen und vor allem Städten schon länger.

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