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Initiative : Zahl der Flüchtlinge steigt weiter an

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Weil die Zahl der Flüchtlinge, die dem Amt Haseldorf zugewiesen werden, kontinuierlich steigt, wollen sich Bürger jetzt zu einem Helferteam zusammenschließen. Das ist das Ergebnis einer Versammlung, zu der die Bürgermeister von Haseldorf und Haselau, Uwe Schölermann und Rolf Herrmann, eingeladen hatten.

Unterdessen hat der Chef der Moorreger Amtsverwaltung, Rainer Jürgensen, während einer CDU-Veranstaltung in Neuendeich angekündigt, wegen steigender Flüchtlingszahlen zukünftig auch in den kleinsten und abgelegeneren Gemeinden Asylbewerber einquartieren zu wollen. Bislang hatte das Amt darauf verzichtet, weil in Dörfern wie Neuendeich und Groß Nordende kein Nahversorger vorhanden und die Verkehrsanbindung schlecht ist (siehe hierzu auch den Artikel auf dieser Seite).

41 Migranten aus Syrien, dem Iran, Albanien, der Ukraine und Afghanistan sind dem Amt Haseldorf inzwischen zugewiesen worden. Sechs von ihnen sind verschwunden, wo sie sich aufhalten, ist offenbar nicht bekannt. Etwa die Hälfte der verbliebenen Flüchtlinge wurde in Uetersen untergebracht, die anderen auf die drei amtsangehörigen Gemeinden verteilt. Zehn sind es aktuell in Haseldorf, Haselau hat bislang keine Flüchtlinge aufgenommen. Grund: Hier gibt es zurzeit keinen freien Wohnraum.

Weil die Zahl bis Ende des Jahres voraussichtlich um mindestens weitere zehn ansteigen wird, soll die Betreuung nun auf eine breitere Basis gestellt werden. Besonders wichtig ist das unter anderem für Uwe Schölermann, der die beiden in Haseldorf untergebrachten Familien bislang selber betreute. „Für mich ist diese Versammlung heute eine Art Hilferuf“, sagte er. Weil sie mit dem Trauma ihrer Flucht und Fluchtgründe, mit der fremden Kultur und der schwierigen Infrastruktur zu kämpfen haben, brauchen die Neuankömmlinge vor allem in den ersten Monaten eine enge Begleitung, dazu einen Fahrdienst, Sprachkurse vor Ort, möglicherweise einen Internetzugang, Kleidung und Einrichtungsgegenstände. In einzelnen Teams wollen die ehrenamtlichen Helfer, darunter auch Gemeindevertreter, nun die Themen aufarbeiten und weitere Mitstreiter finden. So kümmert sich bereits eine Gruppe um die Integration der Kinder in Tagesstätte und Schule, eine andere wird den Kontakt zu Vereinen und Gruppen herstellen.

Im Gespräch ist zudem ein Leitfaden speziell für die Haseldorfer Marsch, dazu Dolmetscherdienste und schließlich eine Gruppe, die den Flüchtlingen bei handwerklichen Arbeiten unter die Arme greift.

Im Amt Haseldorf wird der Wohnraum knapp

Der ehemalige Gasthof Freudenthal, eine Wohnung im alten Haseldorfer Amtshaus, Wohnungen privater Vermieter: Noch ist es gelungen, alle im Amt Haseldorf ankommenden Flüchtlinge mitten in den Dörfern in bestehendem Wohnraum unterzubringen. Zehn Personen sind es bislang, zwei Familien und ein Ehepaar. In einigen Tagen kommen zwei afghanische Männer hinzu. Auch für sie gibt es eine Wohnung. Wie es danach weitergeht, ist unklar. Fest steht lediglich, dass ab sofort jede Woche mindestens zwei, vielleicht sogar mehr Migranten dem Amt Haseldorf zugewiesen werden, und damit die Beschaffung von Wohnraum immer schwieriger wird.

Amtsvorsteher und Haselauer Bürgermeister Rolf Herrmann rechnet deshalb damit, dass das Amt mittelfristig auf andere Unterbringungsmöglichkeiten zurückgreifen muss. „Es wird so nicht dauerhaft weitergehen können“, sagte er. Erste Überlegungen gibt es bereits, unter anderem weil Haselau bislang keinen freien Wohnraum bieten kann und die Zahl der Einzelpersonen steigen wird. Ihre Unterbringung stellt eine noch größere Herausforderung dar als die von Familien. Im Gespräch sind unter anderem mobile Ferienhäuser nach Amt Moorreger Vorbild. „Dafür brauchen wir allerdings freie Flächen“, so Herrmann. cel

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erstellt am 22.Nov.2015 | 21:53 Uhr

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