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Bilanz : „Xaver“ ließ die Muskeln spielen aber verschonte das Kreisgebiet

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Kinder werden sich freuen. Sie haben heute schulfrei! Angesichts der Wetterprognose entschied das Kultusministerium gestern Nachmittag, die Bildungseinrichtungen im Land nicht zu öffnen. Auch mehrere Veranstaltungen, angesetzt für gestern Abend, fielen aus. So die Jugendversammlung in Uetersen.

shz.de von
erstellt am 05.Dez.2013 | 20:03 Uhr

Die Leitstelle in Elmshorn hatte, zuständig für die Westküste, bereits um 14.50 Uhr Katastrophenvoralarm für den küstennahen Kreis Steinburg ausgerufen. Man wollte vorbereitet sein auf den „Bruder“ von „Christian“. Das Orkantief, das vor erst fünf Wochen über das Kreisgebiet hinweggezogen war, hatte Schäden in Millionenhöhe verursacht und die Feuerwehren auf Trab gehalten

Diesmal blieb die Lage zumindest im Kreis Pinneberg bis zum Redaktionsschluss entspannt. Jedoch prognostizierten die Meteorologen für die Nacht weiterhin schwere Sturmböen. Und auch heute Vormittag ist mit manch’ schwerer Böe zu rechnen. Außerdem soll es langsam winterlich werden. Zwar nur vorübergehend, aber immerhin vermischt mit Schnee. Für die Feuerwehren dürfte die Lage daher angespannt bleiben, insbesondere auch deshalb, weil so mancher Sturmschaden erst mit Sonnenaufgang deutlich werden dürfte. Was ist eigentlich ein Sturm? Und was ein Orkan? Versicherungsexperte Rolf Mertens (Ergo) gibt Auskunft: „Von einem Sturm sprechen wir ab mindestens Windstärke acht – das bedeutet Windgeschwindigkeiten ab 63 Stundenkilometern. Ab Windgeschwindigkeiten von 120 Stundenkilometern wird der Sturm zum Orkan. Nicht nur die enorme Kraft der bewegten Luftmassen, auch umher fliegende Dachziegel oder Fassadenteile sowie umstürzende Bäume können unter diesen Bedingungen erhebliche Schäden anrichten, beispielsweise am eigenen Auto oder Haus. Und dann ist guter Rat meist teuer.

Was sollte bei Schäden nach dem Sturm beachtet werden? Mertens: „Ist der Sturm abgeklungen, sollten Betroffene zuerst das Haus und die unmittelbare Umgebung begutachten, um mögliche Gefahrenquellen zu entdecken: Sind Balkontüren und Fenster in Ordnung, sitzen die Leitungen der Blitzschutzanlage noch fest auf dem Dachfirst, haben Äste und Bäume die Regenrinnen gelockert? Auch eine Sichtprüfung der Dacheindeckung ist sinnvoll. Unmittelbare Gefahrenquellen – wie zum Beispiel ein auf die Straße gestürzter Baum – sollte man umgehend durch die Feuerwehr beseitigen lassen, um sich und andere nicht zu verletzen. Wer Schäden feststellt, die zunächst niemandem gefährlich werden können, sollte sich mit Aufräumarbeiten allerdings zurückhalten. Auch wenn das Bedürfnis groß ist, schnell alles wieder in Ordnung zu bringen: Aktionismus kann die spätere Regulierung des Schadens unnötig erschweren.“ Deshalb rät der Versicherungsexperte: „Warten Sie unbedingt mit den Aufräum- und Reparaturarbeiten, bis die Versicherung oder ihr zuständiger Schadensermittler den Schaden begutachtet haben!“ Erlaubt ist hingegen alles, was dazu beiträgt, den entstandenen Schaden so gering wie möglich zu halten. Das bedeutet konkret: „Offene Stellen wie zerstörte Fensterscheiben oder abgedeckte Teile des Dachs sollten Betroffene umgehend provisorisch abdichten, um das Eindringen von Regenwasser in das Gebäude zu verhindern“, so der Rat des Ergo-Experten. Gleiches gilt auch bei beschädigten Fahrzeugscheiben. Ist Wasser in Haus oder Wohnung eingedrungen, sollten Betroffene alle elektrischen Geräte vom Netz nehmen und zunächst sorgfältig prüfen, ob sie mit Wasser in Berührung gekommen oder beschädigt sind. Denn dann könnte ihre Inbetriebnahme unter Umständen lebensgefährlich sein.

Eine detaillierte Kreis-Pinneberg-Bilanz zum Orkan „Xaver“ lesen Sie morgen in den UeNa.

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