100 Jahre Tus Esingen : Würdigung von Kulturgeschichte

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Gut, dass es in Tornesch die Ernst-Martin-Groth-Stiftung gibt, in deren Satzung unter anderem die Bewahrung und Förderung von Tradition und Heimatkultur verankert ist. Denn die Stiftung wird dem TuS Esingen zu seinem 100-jährigen Bestehen eine neue Vereinsfahne finanzieren.

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18. September 2012, 20:22 Uhr

Damit wird ein Wunsch des Vereins erfüllt, den die Politiker des Kultur- und Bildungsausschusses durch ihre Mehrheitsentscheidung verwehrt hatten. Zur Erinnerung: Die Politiker hatten in ihrer Juni-Sitzung über die Verwendung der ersten Ausschüttung aus der Bürgerstiftung der Stadt Tornesch i. M. Gerhard Veit zu beraten. Zum damaligen Zeitpunkt standen als Zinsertrag des Stiftungsvermögens 7377,08 Euro bereit. Da die VR Bank der Stiftung für ihren Stiftungszweck – Beschaffung von Mitteln zur Förderung von Initiativen und Projekten der Kinder-, Jugend- und Altenhilfe, des Sports und der Erziehung – 500 Euro zur Verfügung stellte, lagen insgesamt 7877,08 Euro zur Ausschüttung bereit.

Den Politikern lagen zur Entscheidung ein Antrag der Seniorengruppe Ü60 für die Einrichtung einer Boulebahn in Nachbarschaft zur Begegnungsstätte POMM 91 sowie ein Antrag des TuS Esingen zur Anschaffung einer neuen Vereinsfahne anlässlich des 100-jährigen Vereinsbestehens vor. Einstimmig bewilligten die Politiker etwa 6000 Euro aus der Ausschüttung der Bürgerstiftung für den Bau der Boulebahn. Die 1500 Euro für die TuS-Fahne führten zu parteipolitischem Geplänkel.

Die SPD wollte für das Geld lieber Bücher für Schulanfänger anschaffen. Die Grünen schlugen vor, die Beschaffung der Fahne durch einen Sponsor zu finanzieren und dem TuS zum Jubiläum ein Sportgerät zu schenken. Nur FDP und CDU befürworteten die Ausschüttung von Mitteln der Bürgerstiftung für eine neue TuS-Fahne. Erhard Wasmann, Zweiter Vorsitzender der Ernst-Martin-Groth-Stiftung und Notar des 2010 verstorbenen Gerhard Veit, der sein Vermögen und sein Haus der Stadt als Grundstock für die Bürgerstiftung vermacht hatte, erfuhr von der Ablehnung des TuS-Antrages. „Herr Veit war traditionsbezogen. Es wäre in seinem Sinne gewesen, die TuS-Fahne zu bewilligen“, so Gerhard Wasmann. Er fand in Jürgen Körner, dem Vorsitzenden der Ernst-Martin-Groth-Stiftung, und den anderen Vorstandsmitgliedern schnell Unterstützer, dem TuS Esingen aus der Ernst-Martin-Groth-Stiftung die Fahne zu finanzieren. „Der Verein gehört 100 Jahre zum Ort. Wir sehen das als großes Stück Kulturgeschichte an“, betont Jürgen Körner.

TuS-Vorsitzender Herbert Kopper nahm dieses Engagement dankbar entgegen. „Wir freuen uns auf eine neue Vereinsfahne, denn die aus dem Jahr 1962 stammende Fahne konnte aufgrund ihres Zustandes schon seit Jahren nicht mehr zu Sportveranstaltungen mitgenommen werden.“ Die Vertreter der Ernst-Martin-Groth-Stiftung werden die neue Fahne bei der TuS-Jubiläumsveranstaltung am 2. November im Vereinsheim überreichen.

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