Theater : Wortwitz und Wendungen in Tornesch

Emma, gespielt von Ingrid Wöbcke, freut sich, dass der Lampengeist Constantin (Christian Hinsch) ihren Wunsch erfüllen will.
Emma, gespielt von Ingrid Wöbcke, freut sich, dass der Lampengeist Constantin (Christian Hinsch) ihren Wunsch erfüllen will.

Die Elmshorner Speeldeel strapaziert im Pomm 91 Lachmuskeln des Publikums.

shz.de von
06. Februar 2018, 16:30 Uhr

Tornesch | Die Elmshorner Speeldeel begeisterte Freunde der plattdeutschen Sprache am Sonntagnachmittag im Pomm 91 mit dem Stück „De Geist ut de Lamp“. Sechs Darsteller brachten die Komödie von Andreas Keßner auf die Bühne, und rund 110 Zuschauer amüsierten sich über die Verwicklungen rund um den Lampengeist Constantin.

Ratlos dreht Emma auf der Bühne die Öllampe in den Händen, die ihr Tochter Carola und deren unsympathischer Freund Thorsten aus dem Orienturlaub mitgebracht haben. Licht machen könne man damit, doch Emma präferiert den profanen Lichtschalter an der Wand. „Vielleicht ist ein Lampengeist drin, reib doch mal dran“, scherzt Thorsten, und Emma schimpft: „Ich weiß gar nicht, was meine Tochter an Dir findet!“

Wieder allein in ihren vier Wänden, bugsiert sie das „Stehrumchen“ achtlos in die Kammer, allerdings nicht, ohne vorher noch den Staub wegzuwischen. Plötzlich steht Constantin vor ihr und probiert von „Salam aleikum“ über „Salut“ und „Hello“ allerlei Grußformeln aus, bis er endlich kapiert, dass man in diesem Hause „Platt snackt“. Er stellt sich seiner neuen „Gebieterin“ als Lampengeist vor, doch die hält ihn für einen Freund des nichtsnutzigen Thorsten. „Nehmen Sie die Funzel und hauen Sie ab!“, ruft sie, drückt dem Geist seine Lampe in die Hand und weist ihm die Tür, doch leider taucht er in ihrer Kammer wieder auf.

Ab hier starten allerlei Turbulenzen, denn Emmas Verehrer Alfons hält Constantin für ihren neuen Kerl. „Wieso versteckst du ihn in der Kammer, und wieso sagt er ‚Gebieterin‘?“, empört er sich. Und bald wollen nicht nur Emma, sondern auch andere den armen Constantin für ihre Zwecke einspannen, doch auch er hat Sehnsüchte: Die wahre Liebe und die Freiheit. Das Publikum amüsierte sich prächtig über Wortwitz, unerwartete Wendungen und die „Tüdeleien“ im Stück.

Insgesamt ist die Nachfrage nach plattdeutschen kulturellen Veranstaltungen hoch, und so macht die Elmshorner Speeldeel mit ihrem Stück 14 Mal in der Region Station. Seit 2014 als „Immaterielles Kulturerbe“ eingestuft, führt die Laienschauspieltruppe die Komödie auch im Juni bei der Theaterwoche im Freilichtmuseum Molfsee auf, und im Herbst wird bereits das nächste Stück auf die Bühne gebracht.

Der große Erfolg bringt allerdings auch Schwierigkeiten mit sich, denn die Theatergruppe braucht dringend Nachwuchs. „Viele junge Leute fühlen sich durch unseren Terminplan abgeschreckt“, berichtet Geschäftsführer Werner Flick. Die rund 15 Aktiven machen alles selbst: Von der Stückauswahl über Regie, Technik und Besetzung bis hin zum Kuchenverkauf in den Pausen. Über Zuwachs aus allen Altersgruppen würden sie sich freuen, ein großes Publikum ist gewiss.

Unter anderem ist „De Geist ut de Lamp“ hier zu sehen: 11. Februar, 16 Uhr, im Lindenhof in Heist; 18. Februar, 17 Uhr; im Schulzentrum An’n Himmelsbarg in Moorrege und am 28. Februar, 20 Uhr, im Gasthof Zur Erholung in Uetersen. Weitere Informationen auf der Homepage der Speeldeel.
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