Neubauprojekt : „Wohnpark am Bleekerstift“ wird verhandelt

4292291_800x424_54c9154d59347.jpg
1 von 2

Heute Abend tagt der Bauausschuss. Unter anderem geht es während der Sitzung, die um 19 Uhr beginnt, um das Bauvorhaben der „MTP Projektgesellschaft mbH“ aus Uetersen. Die Gesellschaft plant, das Krankenhausgrundstück an der Bleekerstraße zu bebauen. Und zwar mit dem Projekt „Wohnpark am Bleekerstift Uetersen“. Planender Architekt ist Maik Timm aus Uetersen.

shz.de von
28. Januar 2015, 17:55 Uhr

Die Politiker werden sich heute Abend vor allem mit der vorliegenden Projektvorstellung befassen. Konkret handelt es sich um einen Aufstellungsbeschluss, der gefasst werden soll. Es geht also um die baurechtliche Klärung des Projektvorhabens. Hierbei um die Errichtung einer modernen Wohnparkanlage auf dem Grundstücksareal des ehemaligen Krankenhauses „Bleekerstift“.

Der Bauherr möchte das Grundstück käuflich von dem jetzigen Eigentümer, der Regio Klinken GmbH, erwerben, um an diesem Standort eine zeitgemäße Wohnparkanlage in einer Kombination aus Mehrfamilienhäusern und dem Erhalt des für die Stadt Uetersen geschichtsträchtigen Ursprungsgebäudedetails des ehemalige Krankenhauses - dem so genannten „Bleekerstift“ zu realisieren.

Als Gebäudevolumen wird die Größenordnung der umliegenden Bebauung aufgenommen und somit nach Vorstellung des Bauherren erreicht, dass hier ein quartierbezogenes Umfeld durch den Neubau ergänzt und positiv aufgewertet werden kann. Die geplanten Gebäudevolumina sollen sich in der Höhe der Größe des ehemaligen Krankenhauses anpassen. Es werde somit erreicht, dass hier ein harmonisches Gesamtbild des Grundstückareals erzielt wird, lauten weitere Planungsvorstellungen des Bauherren. Das Grundstück mit rund 8000 Quadratmetern grenzt an den Bleekerpark, dem ehemaligen Friedhof der Stadt, und hat somit einen geschichtlichen Hintergrund.

Es sei daher auch der Grundgedanke bei der Projektierung dieses Grundstücks, das Ursprungsgebäude des für die Stadt Uetersen und deren Bürger geschichtlichen Krankenhausgebäudes auch in Gedenken an die Stifterin Cecilie Bleeker zu erhalten und entsprechend fachgerecht zu sanieren.

Als Teil dieses Planungskonzeptes würden die angrenzenden Flächen mit kleinteiligen Mehrfamilienhäusern in maximal dreigeschossiger Bauweise überplant werden. Die Anzahl der Wohneinheiten in den neu zu errichtenden Mehrfamilienhäusern wird sich insgesamt zwischen 38 bis 41 Eigentumswohnungen bewegen und in unterschiedlichen Wohnungsgrößen aufgeteilt.

Die Nutzung des ehemaligen Krankenhausgebäudes ist nach Vorstellungen des Bauherren in vielfältiger Form möglich, und soll im Rahmen der weiteren Planung mit den Interessenten abgestimmt werden. Seitens der Projektierung wären hier zum Beispiel kleine Einrichtungen im medizinischen Bereich oder Büroflächen für Freiberufler ebenso denkbar wie Teilflächen für Wohnzwecke, Bücherei, Cafe oder Kleingewerbe. Die Sanierung des ehemaligen Krankenhauses soll in der Form erfolgen, dass die Fassade wieder den ähnlichen Charme wie zu seiner Errichtung erhält.

Die Neubauten in Form von „Stadtvillen“ passend zu den bereits in der Umgebung befindlichen Backsteinbauten und Kaffeemühlenhäuser, sollen als KfW-70 Energiesparhäuser errichtet werden, und somit schon mit den innovativen und umweltfreundlichen Techniken zukünftiger Anforderungen gerecht. Alle Gebäude sollen mit modernen Personenaufzügen ausgestattet werden, die in Teilbereichen bis in die Tiefgarage gehen und entsprechend alle Wohnebenen barrierearm erschließen. Die geplanten Eigentumswohnungen verfügen weiter über großzügige Balkone und Terrassen, Fußbodenheizung und teilweise bodentiefen Fensterfronten welche für lichtdurchflutete Wohnräume sorgen.

Hintergrund

Der Aufstellungsbeschluss

Ein Bebauungsplan hat nicht nur erhebliche, sondern auch langfristige Auswirkungen auf die Verfügbarkeit, den Wert und die Erscheinung einer Fläche. Deshalb werden Bebauungspläne nach einem im Baugesetzbuch geregelten Verfahren aufgestellt, mit dem sichergestellt werden soll, dass bei der Planung alle Belange und Probleme erkannt und gerecht abgewogen werden. Vor allem die umfassende Beteiligung aller Betroffenen und der Öffentlichkeit soll bei diesem Verfahren sichergestellt werden.

Jeder Schritt – der Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplans, der Beschluss zur frühzeitigen Beteiligung, der Beschluss über den Entwurf, der Beschluss zur Auslegung und zur Beteiligung der Träger öffentlicher Belange, der Beschluss über etwaige Änderungen und eine eventuell notwendige weitere Auslegung und Beteiligung, der Beschluss über die Abwägung der Bedenken und schließlich der Beschluss über die Satzung – erfolgt durch die Gemeindegremien, welche die Planungshoheit besitzen (Bauplanungsrecht).

Der Vorschlag für den Beschluss, einen Bebauungsplan aufzustellen (1. Verfahrensschritt), kommt in der Regel aus der Verwaltung. Die Entscheidung für ein Baugebiet wird in der Regel aus dem Flächennutzungsplan (FNP) abgeleitet.

Durch die möglichst frühzeitige Klärung aller bekannten Probleme soll das Aufstellungsfahren dahingehend kurz gehalten werden, dass eine Änderung nach der Beteiligung nicht erforderlich wird.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert