Verwaltungsgemeinschaft : Wohin wenden sich die H-Dörfer?

Frühzeitig die Richtung vorgeben wollten die Uetersener Christdemokraten zur Fortsetzung der Verwaltungsgemeinschaft zwischen der Rosenstadt und den Dörfern des Amtes Haseldorf. Während der März-Sitzung des Hauptausschusses zog die CDU jedoch ihren Antrag wieder zurück.

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08. Juli 2012, 21:21 Uhr

Damit lösten die Konservativen allerdings Diskussionen in den drei Gemeindevertretungen aus. Einig war man sich in Hetlingen, das Thema auf die lange Bank zu schieben. Denn der zum 1. Januar 2007 geschlossene Vertrag hat eine Mindestlaufzeit von zehn Jahren, und kann dann mit einer Frist von einem Jahr zum Ende des Kalenderjahres gekündigt werden. Der frühest mögliche Zeitpunkt wäre also der 31. Dezember 2016. Es gibt noch einen zweiten Grund, das Thema jetzt nicht anzufassen, und zwar die Kommunalwahl am 26. Mai 2013. Bürgermeisterin Barbara Ostmeier und Michael Rahn, Fraktionssprecher der Freien Wählergemeinschaft (FW), befürworteten beide, dass sich das neue Dorfparlament dann allerdings zügig spätestens Anfang 2014 mit der Zukunft der Verwaltung des Dorfes beschäftigt.

Sagt man den Hetlinger Politikern eine gewisse Distanz zur Uetersener Verwaltung nach, lässt sich dies von den Haselauern nicht behaupten. Sie nutzten ihre Gemeindevertretersitzung zu einem klaren Bekenntnis pro Verwaltungsgemeinschaft. „Wir haben bisher immer einen guten Weg gefunden“, zog Bürgermeister Rolf Herrmann (CDU) eine Zwischenbilanz. Er gebe keine große Problematik.

Das sah auch Rudolf Zilles so. „Wir fahren gut mit der Verwaltungsgemeinschaft“, erklärte der Sozialdemokrat. Für Harald Jürgs (Freie Wählergemeinschaft Haselau) gibt es ebenfalls „keinen Grund zu klagen.“

Aus den anderen beiden Dörfern habe es jedoch kritische Äußerungen gegeben, so der FWH-Mann. Dass Hetlingen raus wolle, habe er auch schon vernommen, so Zilles. „Was passiert dann mit den ehemaligen Mitarbeitern des Amts Haseldorf, die jetzt in Uetersen arbeiten?“, wollte Hans-Werner Wulff (CDU) wissen. „Die Probleme wären vollkommen unwägbar“, entgegnete der Bürgermeister.

Die Haseldorfer Gemeindevertreter konnten sich ähnlich wie die Hetlinger schnell auf eine Verschiebung bis nach den Kommunalwahlen 2013 einigen. Eine andere Variante brachte allerdings Bürgermeister Uwe Schölermann (CDU) zur Sprache: „Wenn Uetersen nicht weitermachen will, brauchen wir einen neuen Partner.“

Kieler Koalition will größere DörferDass in gut einem Jahr, wenn die Entscheidung über die Zukunft der Verwaltung ansteht, Bedingungen herrschen könnten, die „Streit untereinander gar nicht zulassen“, strich der Haselauer Bürgermeister Rolf Herrmann heraus. Der Christdemokrat verwies auf den Koalitionsvertrag der neuen Kieler Regierung. Dort werden Gemeindegrößen von 8000 Einwohnern als erstrebenswert angesehen. Die drei Marsch-Dörfer haben zusammen knapp 4100 Einwohner. Die Diskussion um neue kommunale Strukturen wollen SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Südschleswigscher Wählerverband allerdings auf die Zeit nach der Wahl 2013 verschieben. Herrmann erinnerte daran, dass die Grenze von 8000 Einwohnern bereits bei der Diskussion 2005 und 2006 eine Rolle spielte, Damals war es die Große Koalition, die kleinen Ämtern zur Verwaltungsgemeinschaft oder Fusion mit anderen Amtsverwaltungen zwang. Mit Blick auf die neuerlichen Zusammenlegungsgedanken mutmaßte Herrmann, vielleicht sei er als Bürgermeister dann „Rolf, der Letzte“. (tp)

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