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Uetersener Nachrichten

21. August 2017 | 10:46 Uhr

Anhörung : Wohin weht der Wind denn nun?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Planet energy mit Sitz in Hamburg projektiert, baut und betreibt Windkraftanlagen. Am Uetersener Windpark ist das Unternehmen nach eigenen Angaben mit 67,5 Prozent beteiligt. Planet energy möchte dem Windpark „Flügel“ verleihen und ihn an den Stand der Technik heranführen. Das bedeutet, dass die sechs alten Anlagen abgerissen werden müssen.

Danach sollen, auf der genehmigten Fläche, weit höhere Windräder entstehen. Während einer Anhörung im Rathaus, zu der alle Bürger eingeladen waren (wir berichteten) wurden diese Pläne öffentlich vorgestellt. Mindestens 180 Meter hoch müssten die Anlagen sein, um wirtschaftlich zu arbeiten, also Strom zu produzieren, der am Markt auch verkauft werden könne. Das sagten die beiden Geschäftsführer, Nils Müller und Sönke Tangermann.

Etwa 80 Interessierte waren in den Ratssaal gekommen, darunter viele Groß Nordender Bürger. Kritische Männer und Frauen, die schon jetzt unter dem Windpark leiden würden, wie sie immer wieder vorgaben. Schlagschatten, Infraschall oder einfach nur störend – die Argumente, mit denen die Bürger deutlich machen wollten, dass sie einem Repowering ablehnend gegenüber stehen, rissen nicht ab. Uetersens Politiker sollten bei ihrer Entscheidung auch an das Wohl der Menschen in den angrenzenden Gemeinden denken, wurde argumentiert.

Margrit Siemon aus Groß Nordende bat die Betreiber darum, den Windpark auslaufen zu lassen, ihn dann zurückzubauen und auch den Beton aus der Erde zu entfernen, um den Menschen ihre Marsch unbelastet zurückzugeben. Der Windpark, 2001 errichtet, läuft 2021 aus, also nach einer Gesamtlaufzeit von 20 Jahren. Sollte Uetersens Politik ein Repowering dadurch verhindern, dass sie die Höhenbegrenzung für Bauwerke nicht aufhebt, werde man sich, so die Geschäftsführung von Planet energy im UeNa-Gespräch, dennoch weiterhin vor Ort engagieren. Dann läuft der Windpark in der Tat aus und muss am Ende der Nutzungsdauer zurückgebaut werden. So wie es der Vertrag zwischen der Stadt und den Betreibern vorsieht. Doch die Politiker aus der Rosenstadt stecken in einem Dilemma. Mit dem Windpark vor der Tür haben sie die Möglichkeit, direkt Einfluss zu nehmen auf die angestrebte Energiewende. Nur ein Repowering führt diesbezüglich in die Zukunft.

Immerhin: die 200 Meter als allein seelig machend sind vom Tisch. Auch 175 bis 180 Meter Gesamthöhe seien wirtschaftlich, so die Geschäftsführer, die sich bei der Konzeptionierung ihrer „Uetersener Ideen“ vom Planungsbüro Rosemarie Rübsamen unterstützen lassen. Bei einem Repowering führte Manfred Tietje, Geschäftsführer der Stadtwerke Uetersen aus, sei man in der Lage, alle Uetersener Haushalte mit umweltfreundlichem Strom zu versorgen. Seine Hoffung sei es daher noch immer, dass man sich zusammenraufe, um der Zukunft eine Chance zu geben. Denn diese fange nicht an der Küste, sondern vor der eigenen Haustür an.

Der Abend im Ratssaal wurde von vielen Uetersener Politikern sowie von Bürgermeisterin Andrea Hansen und Bürgervorsteher Adolf Bergmann begleitet. Sie nahmen die Anregung zur Kenntnis, ein kleines Modell anzufertigen, das einen besseren Aufschluss über die Größenverhältnisse zulasse, als die vorgestellten Skizzen und Fotomontagen. Die Bilder, die zu sehen waren, wurden von den Kritikern, die eindeutig in der Mehrheit waren, als „verniedlicht dargestellt“ bezeichnet.

Die Investoren hatten diesbezüglich deutlich gemacht, dass die Montagen mithilfe eines Programms erstellt worden seien, das am Markt üblich sei. Ob es weitere „Runde Tische“ geben wird, ist unklar. Letztlich können sich die Uetersener Lokalpolitiker vor der Entscheidung aber auch dann nicht drücken. Planet energy möchte eine Antwort auf ihren Antrag. Und das relativ zeitnah.

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erstellt am 23.Jan.2014 | 17:57 Uhr

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