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Uetersener Windpark : „Wir versuchen,Wind zu machen“

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Von den beiden Anrainergemeinden des Windpark Uetersen wird Front gemacht gegen das „Repowering“. „Für uns gibt es keine Vorteile“, urteilt die Groß Nordender Bürgermeisterin Ute Ehmke (Gemeinschaft unabhängiger Bürger‘82, GuB’82) während eines Pressegesprächs.

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erstellt am 20.Feb.2014 | 17:56 Uhr

Dafür aber reichlich Nachteile, die sie auflistet. Akustische und optische Störungen erwarten die Nachbarn von dem Wechsel von sechs 100 Meter hohen auf vier Rädern mit bis zu 200 Metern. Nachts wird ein Teil des Dorfes durch die Befeuerung beleuchtet, tagsüber gibt es Schattenwurf. Die meisten Anwohner der Dorfstraße müssten einen erhöhten Schallpegel hinnehmen.

Eine Wertminderung diverser Grundstücke erwartet die Bürgermeisterin. Ferner dürfte die Gemeinde durch die noch zu bauenden Strommasten zusätzlich belastet werden. Die von den Betreibern des Windparks prognostizierten Gewerbesteuereinnahmen werden stark angezweifelt. Ute Ehmke fordert eine Modellrechnung zu der Verwirbelung durch die neuen Windräder. „Ein paar Befürworter gibt es im Dorf“ räumt Ute Ehmke ein, „die meisten sind Gegner.“

Eine Stellungnahme zur Änderung des Flächennutzungsplanes muss durch die Gemeinden abgegeben werden doch zu verhindern ist das Projekt dadurch nicht. Man setzt auf die Information von Uetersener Bürgern und Politiker. „Wir versuchen, Wind zu machen“, sagte Ute Ehmke.

Enttäuscht sind die Groß Nordender von den Uetersener Politikern. „Wir haben gewartet, dass man auf uns zukommt“, sagt Peter Hormann, zweiter stellvertretender Bürgermeister (GuB) – vergebens. Ein Gespräch mit der CDU-Fraktion wurde gesucht, berichtete die Bürgermeisterin. Dort habe man interessiert zugehört, jedoch darauf verwiesen, dass es noch keine Fraktionsmeinung gebe. Ein Gespräch mit der SPD-Fraktion wurde gar nicht erst gesucht, weil dort keinerlei Flexibilität erwartet wird.

Bei dem Pressegespräch dabei war auch der Neuendeicher Bürgermeister Reinhard Pliquet (SPD). Die dortige Gemeindevertretung hatte sich im November 2011 mehrheitlich grundsätzlich positiv zur Erweiterung des Uetersener Windparks geäußert, wenn die nötigen Abstandsflächen zur Neuendeicher Bebauung eingehalten werden.

Damals war eine Ausdehnung des Uetersener Windparks auf das Gemeindegebiet im Gespräch. Gleichzeitig wollte man Neuendeicher Flächen für einen Windpark ausweisen, was jedoch an der Landesplanung scheiterte.

„Damals sind wir von einer Höhe von 100 Metern ausgegangen“, sagt Pliquet. Mit der jetzt geplanten Höhe von bis zu 200 Metern sei man nicht einverstanden.

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