zur Navigation springen
Uetersener Nachrichten

23. Oktober 2017 | 14:13 Uhr

Warnstreik : „Wir bezahlen unseren Urlaub“

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Rund 400 Menschen sind am Dienstag für mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen auf die Straße gegangen. Der von der Gewerkschaft Verdi organisierte Warnstreik startete am Elmshorner Kreishaus und setzte sich über die Agnes-Karll-Allee, wo das Regio Klinikum seinen Sitz hat, fort bis zum Rathaus. Dort fand die Abschlusskundgebung statt.

shz.de von
erstellt am 06.Mär.2012 | 21:07 Uhr

Sie waren gekommen, um zu kämpfen und ein Zeichen zu setzen. 400 Teilnehmer der in Verdi organisierten Kolleginnen und Kollegen machten ihrem Unmut Luft über ihrer Ansicht nach niedrige Löhne, schlechte Arbeitsbedingungen und immer höher werdende Ansprüchen an die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen. „Wir müssen unseren Urlaub selbst bezahlen und haben keine reichen Freunde oder die Steuerzahler, auf die wir unsere Ansprüche abwälzen können“, sagte Verdi-Bezirksgeschäftsführer Jens Festersen bei der Abschlusskundgebung vor dem Elmshorner Rathaus. Festersen beklagte, dass die Lohnerhöhungen der Vergangenheit zumeist noch nicht einmal den Preisanstieg durch die Inflation aufgefangen hätten. „Wir sind eben an mehreren Tankstellen vorbeigezogen. Schaut euch die Preise an, die schon bald niemand mehr bezahlen kann.“

Auch Verdi-Geschäftsführer Ralf Schwittay rief die Kolleginnen und Kollegen auf, gemeinsam für mehr Lohn zu kämpfen. „Jetzt sind wir hier knapp 400 Menschen, aber wenn sich die Arbeitgeber auch weiterhin weigern, uns ein konkretes und angemessenes Angebot vorzulegen, dann werden wir in einigen Wochen mehrere Tausend Menschen sein.“ Und Jens Festersen betonte, dass es die rot-grüne Regierung unter Bundeskanzler Schröder gewesen sei, welche die Tore für die Leiharbeit geöffnet habe und den Kommunen das Geld entzogen habe, weil sie eine Steuerpolitik für die Banken und Unternehmen gemacht hätte. „Wenn die Politik sagt, es wäre kein Geld da, dann setze ich dem entgegen: Würden wir heute noch die gleichen Steuersätze wie unter der Regierung Kohl haben, dann ginge es den Kommunen finanziell besser.“ Festersen warf der Politik vor, das Geld falsch auszugeben. „Für alle anderen ist Geld da: Für die Banken, für die Unternehmen, für die Hoteliers. Nur für uns nicht.“ Gleichzeitig forderten Vertreter der Jugendorganisationen in Verdi, Schluss zu machen mit befristeten Arbeitsverhältnissen. „So kann man sein Leben nicht planen“, sagte ein Sprecher.

Am Dienstag sind landesweit mehrere Tausend Menschen auf die Straße gegangen. Ziel der Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi ist es, die Arbeitgeber zu bewegen, bis zur nächsten Verhandlungsrunde am 13. und 14. März ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Im Kreis Pinneberg traf der Warnstreik besonders die Stadt- und Gemeindewerke, Abwasserzweckverbände und die Kommunalverwaltungen in Elmshorn und Pinneberg. Die Gewerkschaft Verdi fordert 6,5 Prozent mehr Lohn, der mindestens 200 Euro betragen muss, zu-dem 100 Euro mehr für alle Auszubildenden, ebenso eine unbefristete Übernahmegarantie von 12 Monaten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert