Angebot : Windpark Uetersen verkauft?

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Der Windpark Uetersen soll verkauft werden. Schon im Herbst möchte Planet Energy, eine Tochter von Greenpeace-Energy, alle sechs Windräder in ihrem Besitz haben. Den Kommanditisten ist ein sehr schmackhaftes Angebot unterbreitet worden. Die Geldgeber sollen 120 Prozent ihrer Einlagen erhalten, wenn sie bei Planet Energy bis Ende September unterzeichnen.

shz.de von
20. Juli 2012, 20:59 Uhr

Planet Energy-Geschäftsführer Niels Müller bestätigte die Kaufabsicht, die den Kommanditisten nach UeNa-Informationen während der jüngsten Zusammenkunft unterbreitet worden ist. Mehr noch: Sollte am Standort in der Uetersener Marsch repowert, also „aufgerüstet“, werden können, winken weitere 30 Prozent der Anlagen. Für viele Kommanditisten kommt der Geldregen offensichtlich zur richtigen Zeit, haben sie bislang, so ist zu hören, doch keine Renditen erhalten. „Wir haben bereits einen relativ hohen Teil gekauft, fast die Mehrheit, die wir gerne hätten“, so Müller.

Diese Mehrheit beträgt nach UeNa-Informationen 75 Prozent. Sollte dieser Anteil am Uetersener Windpark bis zum Spätsommer erworben worden sein, werde sofort Geld fließen, verspricht der Planet Energy-Chef. Und dann würde sein Unternehmen auch sogleich mit den Planungen für ein Repowering beginnen. Auf dem jetzigen Gebiet des Windparks könnten drei große Windräder entstehen, mit einer Flügelspitze von 150 Metern. Solche Drei-Megawatt-Anlagen seien heute normal, so Müller, den es zudem freuen würde, wenn die Windparkfläche, so wie von Uetersen beantragt, erweitert wird. Dann könnten bis zu sechs große Anlagen mit einer Gesamtleistung von 18 Megawatt entstehen. Der jetzige Windpark leistet 7,8 Megawatt.

Nach einem Repowering werde der Windpark kräftige Gewinne schreiben. Weiterhin als Bürgerwindpark angelegt, könne sich jeder an ihm beteiligen, sagte der Geschäftsführer. „Wir versprechen sechs bis sieben Prozent Rendite über die gesamte Laufzeit von 20 Jahren“, so Müller weiter, der versicherte, diese Renditeversprechen auch belegen zu können.

Was bedeutet der Windparkverkauf für die Uetersener Stadtwerke? Schließlich werben diese mit umweltfreundlichen Grünstrom aus der Marsch. „Kooperationen mit den Stadtwerken sind gut vorstellbar. Wenn die Stadtwerke Lust haben, sich zu engagieren, dann ist das eine gute Sache“, gibt der Geschäftsführer Entwarnung. Doch sind es nicht auch politische Gründe, die Planet Energy quasi dazu zwingen, zu kooperieren? Schließlich muss die Ratsversammlung die im Bebauungsplan des Windparks festgeschriebene maximale Höhe von 100 Metern noch auf 150 Metern hochsetzen. Und wenn ihre eigenen Stadtwerke einen Schaden erleiden, dürfen die Ratsmitglieder gar nicht entsprechend beschließen. Schließlich sind sie gesetzlich angehalten, jeglichen Schaden von ihrem eigenen Betrieb fernzuhalten.

Niels Müller: „Wir haben den Stadtwerken bereits signalisiert, dass wir kooperieren würden.“ Das könne sofort oder später, nach erfolgtem Repowering, geschehen. Zum Beispiel könnten die Stadtwerke Uetersen im Windpark eine eigene Gesellschaft gründen und eine Anlage kaufen, beziehungsweise bauen.

Was Stadtwerke-Geschäftsführer Manfred Tietje zu den aktuellen Ereignissen sagt, lesen Sie am Montag in den Uetersener Nachrichten.

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