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Kunst im öffentlichen Raum : Windpark im Licht: Den Türmen ein ästhetisches Profil geben

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Kunst im öffentlichen Raum ist etwas sehr Wertvolles. Ermöglicht sie doch jedem den freien Zugang.

shz.de von
erstellt am 01.Aug.2014 | 21:02 Uhr

Gisela Meyer-Hahn, mehrfach ausgezeichnete Lichtkünstlerin und Diplom-Designerin, startet am 28. August ein neues Projekt in Uetersen. Mehrmals schon verzauberte sie die Stadt mit dem Lichtphänomen „Farbe“. Einmal drehte sich die „Tänzerin im Wind“ auf dem Mühlenteich. Ein anderes Mal durchzogen farbige Stoffbahnen die gesamte Stadt. Auch in der Christuskirche sorgte die Künstlerin bereits für farbiges Licht.

Und nun rückt der Windpark in den Fokus der Künstlerin. Jener, nicht unumstrittene Industriepark am Rande der City, der zuletzt aufgrund des Neins der Ratsversammlung zum angedachten Repowering Schlagzeilen machte.

Die kalten, weil weißen „Spargel“ möchte Gisela Meyer-Hahn mithilfe großer Scheinwerfer bunt beleuchten und so in Kunstwerke verwandeln. In Kunstwerke auf Zeit, denn das farbenprächtige Spektakel soll schon nach drei Tagen wieder Geschichte sein. Die Designerin wird vom 28. bis 30. August, jeweils in der Zeit von 21 bis 1 Uhr, am Mischpult die Intensität und Farbigkeit des Lichts der leistungsfähigen ColorReach-Powercore-Scheinwerfer steuern. Die Lichtkegel der rund 1000 kleinen LED-Lämpchen werden selbst das Maschinenhaus in rund 70 Metern Höhe erreichen.

Warum ein solches Projekt? „In Schleswig-Holstein wird Energiegewinnung durch Wind sichtbar, bei Tageslicht durch die Architektur der Windkraftanlagen in den vielen Windparks. Nachts möchte ich die Ästhetik der Türme durch Licht und Farbe erlebbar machen und für neue besondere Wahrnehmung öffnen“, sagt die Künstlerin.

Die Pinnebergerin möchte aufmerksam machen auf den Wind als Energiewende, sie will die Ressourcen der Sinneswahrnehmung wecken und die Frage in den Raum stellen, warum Türme eigentlich grau-weiß sein müssen und dadurch wie Geisterstädte wirken. Durch die Farbe, die Gisela Meyer-Hahn in den Windpark bringt, sollen die Türme die Menschen ästhetisch erreichen. Die Schirmherrschaft hat Ministerpräsident Torsten Albig übernommen. Unterstützer des Projektes sind planet energy, das Land, Firma enjoy-Lichttechnik, die Stadtwerke Uetersen, der Fotokreis Pinneberg, die Baumpflege Thomsen (Pinneberg) und mehrere Privatpersonen.

Die Geschäftsführung von „planet energy“ als Betreibergesellschaft des Windparks, nutzt das Kunstprojekt, um „noch einmal für die Sinnhaftigkeit des Repowerings“ zu werben und zum anderen „das Unverständnis gegenüber der Politik zum Ausdruck“ zu bringen, die sich bekanntlich gegen das Repowering ausgesprochen hatte. So heißt es in einem Schreiben. Auch für Bürgermeisterin Andrea Hansen, die „Windpark im Licht“ mit ihrer Verwaltung unterstützt, ist die Diskussion um das Repowering nicht beendet. Das bekannte sie gestern während des vorbereitenden Pressegespräches im Parkhotel Rosarium. Allen Uetersenern, Anwohnern des Windparks und sonst am Projekt Interessierten wünscht die Künstlerin spannende Eindrücke. Auch die Kritiker eines Repowerings sind eingeladen, sich vor Ort begeistern zu lassen.

Kann die Visualisierung, das Lichtphänomen Farbe im Windpark, nicht auch störend wirken? Daran stören könnten sich nur Uninformierte, so Gisela Meyer-Hahn. Beleuchtet werden insgesamt fünf Türme, wobei eine Windkraftanlage ganzflächig erstrahlen wird.

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