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Uetersener Nachrichten

13. Dezember 2017 | 18:20 Uhr

Kreisparteitag : Wild West im Netz

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Wir können das Thema ‚Internet‘ nicht nur einer linken Netzpartei überlassen. Wir sind als Volkspartei gefordert, zu diesem Thema aktiv zu werden und klar Stellung zu beziehen“, unterstrich Kreisparteivorsitzender Ole Schröder letzte Woche auf dem Parteitag der CDU im Pinneberger Hotel Polonio.

shz.de von
erstellt am 03.Dez.2012 | 21:05 Uhr

Wie damals als die Grünen den Umweltschutz als politisches Programm einführten, sorgen nun die Piraten dafür, dass das gesellschaftlich relevante Thema Internet auch von den etablierten Parteien mit Nachdruck auf die Agenda gesetzt wird. Schröder nutzte den Parteitag als Gelegenheit, den Leitantrag vorzustellen, auf dessen Basis das CDU-Parteiprogramm zunächst auf Landesebene um dieses Thema erweitert werden soll. „Das Internet ist eine Chance, die bürgerliche Freiheit zu fördern. Allerdings muss sich diese Freiheit mit ausreichend Sicherheit bedingen“, hob Schröder hervor.

In seiner Präsentation „Sicherheit im Netz“ stellte anschließend der eingeladene Redner Harald Lemke, IT-Spezialist bei der Deutschen Post, politische Herausforderungen und Handlungsempfehlungen für den Umgang mit dem Netz vor. Neben den Chancen des World Wide Web stellte er dessen Risiken gegenüber.

Mit dem Internet hätten sich ganz neue Formen der Kriminalität entwickelt, deren virtuelle Tatorte nur sehr schwer zu ermitteln seien. Industrie- und Staatsspionage hätten zugenommen und Sabotageakte könnten heute ganze IT-Systeme von Krankenhäusern, Banken oder Stromanbietern lahmlegen und damit das gesamte öffentliche Leben massiv beeinträchtigen. Wer trägt dafür das Risiko? Harald Lemke zitierte eine Umfrage, aus der hervorgeht, dass 74 Prozent aller Deutschen vom Staat erwarten, dass er auch im virtuellen Raum für Sicherheit und Ordnung zu sorgen hat.

Das Fazit des It-Profis: Der Staat muss rechtliche Grundlagen für Sicherheit im Netz schaffen, auch wenn viele Maßnahmen nur global umzusetzen seien. Unter anderem sollten Betreiber versorgungsrelevanter Einrichtungen in die Pficht genommen werden und sicherheitskritische Vorfälle in ihrem Netz melden. Außerdem sei eine konsequente Strafverfolgung im Internet durch spezialisierte Polizeieinheiten notwendig. Im Anschluss an den Vortrag wurde der Leitantrag von der Mehrheit der Mitglieder des Kreistages beschlossen. Als Nächstes wird der Antrag der Landes-CDU vorgelegt.

Tipps zum sicheren Umgang mit dem Internet Verantwortung für sein eigenes Netz sollte jeder tragen. - Risikobewusstsein und Vorsorge ist der beste Schutz. - Riskante Angebote sollten genau geprüft und am besten vermieden werden. - Oft sind riskante Angebote besonders „cool“. Aber es gibt viele gefährliche Apps. - Virtueller Exibitionismus in sozialen Netzwerken wie Facebook & Co. ist zu vermeiden.

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