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Fußball : Wiederbelebung der 1. TSV-Herren ist gescheitert

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der Patient atmet nicht mehr: Die Wiederbelebung des Herren-Fußballs beim TSV Uetersen, der schon in der vergangenen Woche totgesagt worden war, muss seit dem gestrigen Mittwoch endgültig für gescheitert erklärt werden! „Da wir keine weiteren Fußballer mehr dafür gewinnen konnten, weiter für den TSV zu spielen, haben wir schweren Herzens beschlossen, nicht mehr anzutreten“, erklärte Florian Blaedtke am Mittwochmittag gegenüber den UeNa, nachdem er zuvor bereits den TSV-Gesamtvorstand von seiner Entscheidung unterrichtet hatte.

shz.de von
erstellt am 16.Mär.2016 | 19:07 Uhr

Der 34-Jährige, der mit einer kurzen Unterbrechung im Herbst 2009 bereits seit 2004 für den TSV aktiv war, hatte in den vergangenen Tagen verzweifelt versucht, ein schlagkräftiges Team für die elf Landesliga-Spiele und das Oddset-Pokal-Achtelfinale gegen den Oberligisten Altona 93, die in dieser Saison noch zu absolvieren gewesen wären, zusammenzubekommen (die UeNa berichteten). Mit Torwart Timo Herrmann sowie Yannik Kouassi, Kevin Koyro, Phillip Kuschka, Till Mosler, Jannick Prien und Kirill Shmakov konnte er immerhin sieben seiner bisherigen Liga-Mitspieler von dieser Idee überzeugen. Auch Kubilay Özen, der zuletzt für die 2. TSV-Herren in der Bezirksliga stürmte, hätte sich für das Not-Team zur Verfügung gestellt. „Damit wären wir zu neunt gewesen“, so Florian Blaedtke, der dem eigenen Bekunden nach auch andere seiner bisherigen Mitspieler fragte, aber keine weitere Zusage bekam. „Timo Herrmann hat mich dabei unterstützt und mehrere Akteure der 2. Mannschaft an- gesprochen ‒ leider auch ohne positive Rückmeldungen“, so Florian Blaedtke, der Herrmann, der im Juli zum Oberligisten VfL Pinneberg wechselt, aber für dessen Unterstützung „sehr dankbar“ war.

Auf die Hilfe von fünf Handball-Spielern des TSV, die sich auf Initiative von Jörg Schwarz (2. Stellvertretender Vorsitzender des Gesamtvereins) bereit erklärt hatten, auszuhelfen, wollte Florian Blaedtke „nach reiflicher Überlegung“ nicht zurückgreifen: „Ich denke, Handball sollte Handball bleiben und Fußball von Fußballern gespielt werden“, betonte Florian Blaedtke. Es wäre, so der 34-Jährige weiter, „auch den anderen Landesligisten gegenüber nicht fair gewesen, die noch offenen Saisonspiele mit einer halben Handball-Mannschaft zu bestreiten“. Florian Blaedtke dankte aber auch den Handballern für deren Breitschaft.

Florian Blaedtke gab zwar zu, „traurig und enttäuscht zu sein“, stellte aber auch klar: „Ich habe mir schon am Montag keine allzu großen Illusionen gemacht, dass es uns tatsächlich gelingt, die Saison zu Ende zu spielen ‒ denn selbst, wenn wir zwölf oder 13 Spieler zusammenbekommen hätten, wäre es sehr schwer geworden.“ Er habe es, so der Haselauer weiter, „aber wenigstens versucht“, jedoch auch feststellen müssen: „Die von mir vor allem im Sinne des Fairplay gegenüber den anderen Landesligisten angestrebte Lösung wäre keine Lösung für das große Problem, das es leider im Uetersener Fußballer gibt, gewesen.“

Es ist davon auszugeben, dass der Gesamtvorstand des TSV nun noch vor dem am Sonntag, 20. März anstehenden, nächsten Landesliga-Spiel beim SV Eidelstedt auch seine 1. Herren-Mannschaft beim Hamburger Fußball-Verband abmelden wird, nachdem der Rückzug der 2. und 3. Herren aus der Bezirks- beziehungsweise Kreisliga bereits am vergangenen Freitag vollzogen worden war. Der Imageschaden ist enorm und auch dem TSV-Gesamtvorstand anzulasten. Denn der 1. Vorsitzende Lutz Schölermann und Schwarz hatten den TSV-Kickern nach der Entlassung der Trainer Peter Ehlers und Michael Schippmann sowie dem Ausschluss des TSV-Fußball-Vorstands aus dem Verein in der Vorwoche weder neue handelnde Verantwortliche noch ein Konzept präsentiert, woraufhin die Spieler der drei Herren-Teams erklärten, nicht mehr für den TSV spielen zu wollen (die UeNa berichteten ausführlich).

Obwohl Florian Blaedtke keinen Hehl daraus machte, „vom Charakter des einen oder anderen enttäuscht zu sein“, will er an der Saisonabschlussfahrt der bisherigen TSV-Liga-Mannschaft nach Mallorca teilnehmen: „Da bin ich dabei!“ Fußballerisch wird der langjährige Mittelfeldspieler zukünftig aber nicht mehr in Erscheinung treten: „Meine Laufbahn ist jetzt beendet“, sagte der 34-Jährige; zwar sei es „ärgerlich, so aufzuhören“ ‒ doch jetzt zu einem anderen Verein zu wechseln und dort noch eine Saison lang zu kicken, sei „keine Option“. Auf die Frage, ob er sich zukünftig eine Trainertätigkeit vorstellen könne, entgegnete der Familienvater: „Ich möchte es zumindest nicht ausschließen. In der nächsten Saison werde ich eine Fußball-Pause einlegen ‒ aber wenn sich danach etwas ergeben sollte, wäre ich auf jeden Fall gesprächsbereit.“ Eine Rückkehr zum TSV („Falls es dort in ein oder zwei Jahren ein neues Konzept geben sollte“) wollte Florian Blaedtke dabei ebenso wenig ausschließen wie ein Engagement beim neu gegründeten Verein Rasensport Uetersen: „Ich habe nichts gegen diesen Klub und dessen Gründungsmitglieder“, stellte er klar, „und wenn dort etwas entsteht, wäre eine Tätigkeit, beispielsweise als Jugendtrainer, für mich absolut vorstellbar.“

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