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Uetersener Nachrichten

24. Oktober 2017 | 08:25 Uhr

Wahlkampf : „Wieder das Maß finden“

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Haushaltskonsolidierung der Landesregierung hat Ministerpräsident Peter Harry Carsten-sen in den Mittelpunkt seines Wahlkampfauftrittes im Haseldorfer Hof gestellt. Sein Motto: „Kopf aus dem Sand heben und Problem erkennen. Dann selber ran, um es zu lösen.“

shz.de von
erstellt am 18.Apr.2012 | 20:35 Uhr

Zwei Tafeln hatte der Christdemokrat den fast 100 Zuhörern mitgebracht. An denen zeigte er die in den vergangenen 35 Jahren kontinuierlich gestiegene Verschuldung auf. „Wir sind gar nicht viel besser als Griechenland“, erklärte der Konservative, „nur etwas hinterher.“ Als die Sparbeschlüsse verschiedet wurden, habe er keine Veranstaltung ohne Protestierer machen können. Heute kämen die Menschen zu ihm und sagten, dass es die richtigen Entscheidung war, so Carstensen.

„Wir müssen wieder das Maß finden“, rief er den Zuhörern zu. Das gelte nicht nur für die öffentlichen Haushalte, sondern auch für die Solarförderung, die Biogaserzeugung und den Naturschutz. Als Herausforderung der Zukunft machte er die demografischen Entwicklung aus, der zwar nicht so den hamburg-nahen Raum betrifft. Im Bereich um Rendsburg würde es 2025 ein Viertel weniger junge Leute unter 20 Jahren geben, gleichzeitig 68 Prozent mehr Menschen über 70 Jahren, erläuterte der Ministerpräsident. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels hält Carstensen einen Abbau bei den Landesbeschäftigten um zehn Prozent für vertretbar.

Die Wachstumspolitik der CDU müsste nach den Wahlen fortgesetzt werden, so der Nordstrander. „Wir brauchen mehr Steuereinnahmen über mehr Wirtschaftskraft.“ Mit dem politischen Mitbewerber beschäftigte sich Carstensen nur kurz. Er riet den Zuhörern, sich den Vertrag der „Dänen-Koalition“ aus SPD und Grünen mit der Duldung durch den SSW aus dem Jahr 2005 anzugucken. Mehr Schulden und keinen Straßenbau hätte der Koalitionsvertrag Schleswig-Holstein gebracht.

Den CDU-Spitzenkandidaten Jost de Jager lobt Carstensen als „Spitzenmann“. Er habe mehr aus dem Bauch gearbeitet, de Jager arbeite mehr mit dem Kopf. War er am Anfang mit stehendem Applaus begrüßt worden, so wehrte er sich später dagegen, dass dies seine „Abschiedstour“ sei. Der Christdemokrat versprach für die Zeit nach seinem Abschied als Ministerpräsident, „ich werde nicht ungefragt meinen Rat geben.“ Eine Ausnahme setzte der Diplom-Agraringenieur: Er wolle „für die Landwirtschaft aufstehen.“

Was der Ministerpräsident zu den Protesten gegen die geplanten Kohlekraftwerke an der Elbe sagte, lesen Sie in der UeNa.

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