Ausbau oder nicht : Wie viel ist die Kinderbetreuung wert?

Die Betreuungsschule braucht Hilfe. Weil die Raumsituation prekär ist und es an Hilfskräften während der Essensausgabe mangelt, ist jetzt die Politik gefragt. Heute Abend steht das Thema auf der Tagesordnung des Schulausschusses.

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19. November 2013, 21:44 Uhr

Als sie vor vielen Jahren eingerichtet wurde, galt sie als visionär. Heute gehört die Betreuungsschule fast schon zum Standard einer Grundschule. Vier Betreuerinnen kümmern sich in Spitzenzeiten um die Jungen und Mädchen, deren Eltern sie schon vor Unterrichtsbeginn und bis längstens 15 Uhr jeden Tag in besten Händen wissen. 81 Jungen und Mädchen sind in der Betreuungsschule in diesem Schuljahr angemeldet. Davon sind bis zu 60 Kinder gleichzeitig in den Räumen anwesend, bevorzugt in der Zeit zwischen 12 und 14 Uhr. Hier können sie Mittag essen, hier sollen sie in Ruhe ihre Hausaufgaben erledigen und anschließend an einem Bastel- oder Spielangebot teilnehmen können.

Doch dazu braucht es reichlich Platz: Platz zum Essen, Platz zum Lernen und Platz zum Spielen. Es muss also Rückzugsräume ebenso geben wie Toberäume und auch solche, in denen sich die tägliche Essenslogistik einigermaßen stressfrei bewältigen lässt. Nicht ganz einfach, denn es fehlt an Räumen. Genutzt werden schon die kleine Aula, der Betreuungsraum, ein Zwischenraum sowie ein Klassenraum. Mehr geht nicht!

Zweites Problem: die Essensausgabe. Bislang sprangen engagierte Eltern ein, übernahmen die Aufgabe ehrenamtlich. Bereits im Oktober machte Schulleiterin Gudrun Voß in einem Schreiben an Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg (CDU) auf die schwierige Lage aufmerksam und bat um Hilfe. Geht es nach den Eltern und der Schule, wäre die Einstellung einer geringfügig beschäftigten Kraft für den Mittagstisch ebenso angesagt wie die Aufstellung von Containern und/oder der Anbau von zwei Räumen. Außerdem auf dem Wunschzettel von Eltern und Schule: die Erweiterung der Betreuungszeit von 15 auf 16 Uhr. Die Politik, so viel ist im Vorwege der heutigen Sitzung sicher, hat verstanden. Welche Schlüsse die Fraktionen am Ende aus der Situation ziehen, wird sich heute Abend zeigen. Geht es nach dem Ausschussvorsitzenden Helmuth Kruse (Grüne), ist der Weg klar. „Wenn die Gemeinde attraktiv bleiben soll, müssen wir nachhelfen“, sagte er und forderte die Ausdehnung der Betreuungszeiten ebenso wie eine möglichst schnelle Lösung des Raumproblems.

Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg ist überzeugt, „dass wir eine Lösung finden werden“. Die Gemeinde sei offen und bereits am Ball. Auch sein Fraktionskollege und stellvertretender Ausschussvorsitzender Jan Schmidt bekannte sich im UeNa-Gespräch zur Betreuungsschule. „Wir müssen allerdings genau schauen, was praktikabel und finanziell machbar ist“, sagte er.

Für Moorrege ist die Betreuungsschule nicht die einzige schulische Baustelle. Der Ausbau des Ganztagesangebots an der Regionalschule steht ebenfalls an. Und das könnte unter Umständen richtig teuer werden.

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