Wassermühlenstraße : Wie verträgt sich die teure Pollerlösung mit dem Sparzwang?

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Kurios, insbesondere im Hinblick auf die knappen Kassen erscheint die nachhaltige Diskussion um den Schutz der wassergebundenen Decke und des Straßenbegleitgrüns (Linden) entlang der Wassermühlenstraße. Bereits viermal ist das Thema im zuständigen Stadtentwicklungs- und Bauausschuss erörtert worden. Immer wieder hat die Stadtverwaltung darauf hingewiesen, dass mit hohen Kosten zu rechnen ist, soll hier der Parkraum auf die gepflasterten Flächen eingegrenzt werden.

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22. Oktober 2012, 21:37 Uhr

Jetzt liegen diese auf dem Tisch. Und erstmals spricht sich nun auch die Verwaltung für eine bauliche Veränderung vor dem Rathaus aus. Kosten: 23000 Euro. Vor dem Hintergrund der aktuellen Spardebatten haben etliche Bürger, nachdem sie von der aktuellen Vorlage erfahren haben, bereits Protest artikuliert. Insbesondere sind das Vertreter von Vereinen und Verbänden, bei denen gekürzt werden soll.

Johann Otto Plump, einer von ihnen, hat bei der Verwaltung inzwischen auch vorgesprochen. Seinem Vorschlag, große Findlinge zu nehmen und diese auf die Grandflächen zu legen, aber wurde kein Gehör geschenkt und taucht auch in der Verwaltungsvorlage nicht auf. „Den Vorschlag nahmen wird nicht auf, weil er die Menschen mit eingeschränkter Mobilität beeinträchtigt hätte“, so die Bürgermeisterin, die an die Barrierefreiheit erinnert. Steine stellten eine besondere Stolpergefahr dar. Stattdessen wird in der Vorlage für die Politiker eine Pollerlösung angeregt. Dabei belaufen sich die Kosten für die (abschraubbaren) Poller mit Verankerung auf 15000 bis 31000 Euro. Das im Boden liegende Geogitter soll in allen Fällen nicht beschädigt werden. Die Verwaltung schlägt der Politik die Variante a) vor: 30 Poller im Abstand von drei Metern, eingebracht in Bodenhülsen mit Kettenverbindung. Besagte 23000 Euro müssten noch eingeworben werden.

Die SPD-Fraktion hatte bereits 2011 angeregt, Pflanzkübel zu beschaffen. Die Vorlage erinnert auch daran. Die Beschaffungskosten für die Kübel mit 4550 Euro angegeben, der jährliche Unterhaltungsaufwand wird auf 1200 Euro geschätzt. Zuletzt hatte die FDP-Fraktion angeregt, die Bordsteinhöhen in dem betreffenden Bereich auf zwanzig Zentimeter anzuheben, dann würde kein Autofahrer mehr auf den Grandflächen parken.

Eine Bürgerin hatte am 13. September während der Bauausschusssitzung angeregt, Baumbänke aufzustellen und den Autofahrern damit zu signalisieren, dass das Parken dort unerwünscht ist. Die Verwaltung erteilt dieser Idee jetzt eine Absage, weil die Bänke im Erdboden fixiert werden müssten und das zu einer Schädigung der Wurzeln führen würde. Bürgermeisterin Andrea Hansen zur Thematik: „Wir mussten reagieren. Der Baumgutachter hat während der Begehung durch den Umwelt- und Kleingarten- sowie den Stadtentwicklungs- und Bauausschuss im Mai gesagt, dass die Bäume gefährdet sind. Die Gefahr besteht, dass durch die Autos der Boden immer fester wird. Mir wäre es lieber, wenn mehr Parkplätze entstehen, aber die sind noch teurer.“

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