Neujahrsempfang : Wie lebten Haselauer vor 100 Jahren?

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Einen größeren Rahmen hätte sich Andreas-Michael Petersen für diese Ankündigung nicht suchen können. Er werde ein „Sabbatical“ einlegen, erklärte der Pastor während des Neujahrsempfangs , der von der politischen und protestantischen Gemeinde Haselaus gemeinsam organisiert wurde.

shz.de von
07. Januar 2015, 20:24 Uhr

Voraussichtlich im Sommer wird er für drei Monate eine Auszeit nehmen. Ein Pastor wird ihn vertreten. Die Sabbatzeit können die Pastoren mit einem Projekt verbinden. Sein Kollege aus Haseldorf, Dr. Helmut Nagel, war zum Beispiel nach Rom gepilgert.

Petersen hat sich ein historisches Projekt vorgenommen. 100 Jahre nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges möchte er sich mit dem Leben der Haselauer zur damaligen Zeit beschäftigen. „Jeder der Menschen, deren Namen auf dem Gedenkstein der Gefallen steht, hatte seine eigenen Vorstellung vom Leben, seine eigenen Pläne“, sagte er während des Empfangs.

Um diese Zeit wieder lebendig werden zu lassen, bräuchte er jedoch die Hilfe der Menschen. Er rief dazu auf, ihm Papiere, Briefe und Fotos zur Verfügung zu stellen. Was daraus werde, müsste man sehen, so Petersen. Es hänge von der Materiallage ab. Vielleicht würde eine Broschüre oder eine Ausstellung daraus. Es könnte auch die Zeit exemplarisch anhand einer Person dargestellt werden.

Petersen nutzt die Gelegenheit, auf die Jahreslosung „Darum nehmt einander an, wie auch Christus uns angenommen hat zu Gottes Lob“ hinzuweisen. Dies wende sich gegen die Ausgrenzung von Menschen. „Wo wir nach der Losung leben, wird das Leben gut“, so der Pastor.

Bürgermeister Rolf Herrmann hatte die Gäste begrüßt. Er blickte „auf ein unerwartet gutes 2014“ zurück. „Denken wir daran, dass ,immer mehr’ vielleicht doch nicht glücklicher macht.“ Er appellierte an die Haselauer: „Nur in der Gemeinschaft, der Verbundenheit mit unseren Nachbarn sind wir in der Lage, die großen Anforderungen zu bestehen und damit die Zukunft zu meistern.“ Als Beispiel nannte er die Anstrengungen, via Breitband Zweckverband die Internetkommunikation im Dorf zu verbessern.

Herrmann verwies darauf, dass die Wahlbeteiligung beim Urnengang zum EU-Parlament fast fünf Prozent über dem Landesdurchschnitt lag. „Europa ist für uns wichtig“, steht für ihn fest.

Zu der Umwandlung der Regional- in eine Gemeinschaftsschule in Moorrege fiel Herrmann ein: „Sie ist nicht neu, bietet aber eine hervorragende Ausbildung.“ Es wäre besser, die Landesregierung würde am Schulsystem nicht so unendlich viel herumbasteln und die Pädagogen ihre Arbeit machen lassen.

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