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Sozialwerk der Pommern : Wie lange können sie noch helfen?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Sie helfen ihren Landsleuten in Polen nach Kräften, aber langsam holt das Alter die Mitglieder des Sozialwerks der Pommern ein. „Unsere Hinterbliebenen in Pommern werden immer weniger, und wir können auch irgendwann nicht mehr“, sagte Horst Born, schleswig-holsteinischer Landesvorsitzender der Pommerschen Landsmannschaft, am Sonnabend in Uetersen.

shz.de von
erstellt am 08.Okt.2013 | 21:14 Uhr

Rund 30 Mitglieder des Sozialwerks hatten sich zu ihrer Herbsttagung im Haus Ueterst End versammelt. Sie berieten über den Haushalt, die Verwendung der Spenden und auch deren Notwendigkeit.

Jahr für Jahr sammeln die vertriebenen Deutschen bis zu 60000 Euro für deutschstämmige Polen, die nach dem Zweiten Weltkrieg im Osten blieben. Die Russen und Polen verdingten damals viele als Fachkräfte. „Sie galten immer als Arbeiter zweiter Klasse“, sagte der Landesvorsitzende Erwin Krüger. Als Anfang der 1980er Jahre das Kriegsrecht in Polen herrschte und Spenden aus dem Westen flossen, seien die Deutschstämmigen in der Regel leer ausgegangen.

Heute unterscheidet sich ihre Hilfsbedürftigkeit je nach Region. In den Städten geht es den Deutschen zum Teil besser als auf dem Land. Das wurde während der Tagung deutlich. Horst-Martin Uhlemann aus Pinneberg etwa besucht regelmäßig das Dorf Wierzchocino an der Ostsee. „Die Bedürftigkeit ist extrem“, sagte er. Ernst-Arnold von Diest aus Rohlstorf (Kreis Segeberg) berichtete von einem großen Gewerbegebiet in der Stadt Slupsk (Stolp). „Aber viele können davon nicht profitieren“, bemerkte er im Blick auf deutschstämmige Rentner. Dagegen hielt Born fest: „In Stargard geht es auch denen eher besser, weil sich Europa verbessert hat.“

Das Geld fließt an zwölf Gruppen, zu denen rund 60000 bis 80000 Menschen gehören. Der Großteil der Spenden stammt von Firmen und Heimatverbänden, die die örtlichen Arbeitskreise sammeln. Einen kleineren Teil bringt der Landesverband auf. Doch wie lange wird es ihn noch geben?

„Wir sind alle nicht mehr die Jüngsten“, sagte Kassenführer Karl Haack. Der Altersdurchschnitt liegt nach Krügers Schätzung bei 75 Jahren. Der 81-Jährige ist in diesem Jahr zwar bereits siebenmal nach Pommern gefahren. 2014 will er sich noch einmal zur Wahl stellen, würde die Aufgabe nach der zweijährigen Amtszeit aber gern abgeben. Und dann? „Wenn wir den Verein nicht mehr weiterführen können, übernehmen die Johanniter das Vermögen“, sagte Haack. Auf seinen Vorschlag hin beschlossen die Mitglieder, den Hilfsetat um 1000 Euro auf 8000 Euro anzuheben und damit die Rücklagen in Höhe von 40000 Euro langsam abzuschmelzen.

Als besonderen Gast begrüßte Krüger Ihre Königliche Hoheit Marie Cecile von Preußen, Herzogin von Oldenburg, Schirmherrin des Sozialwerks.

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