Finanzen : Wie läuft das „Torneum?“

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Der Antrag des FDP-Finanzausschusspolitikers Frank Schöndienst, die Darstellung der Torneum-Einnahmen und Ausgaben in den öffentlichen Teil der Beratung des Finanzausschusses zu übernehmen, lief ins Leere. Es blieb dabei, die Vertreter des FC Union Tornesch gaben ihren Bericht unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

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29. Mai 2015, 17:47 Uhr

In der Bürgerfragestunde der Ausschusssitzung äußerte Holger Stoss darüber seinen Unmut. „Wann und unter welchen Bedingungen wurde die Nichtöffentlichkeit dazu beschlossen? Mit welchem Recht soll den Bürgern, die doch das Torneum zu 100 Prozent finanzieren, die bisherigen Ergebnisse vorenthalten werden?“, fragte der Tornescher, der nicht zum ersten Mal den Finger in „Tornescher Wunden“ legt und nicht selten politische Entscheidungen kritisch hinterfragt. „Nach Auskunft der Verwaltung gibt es keine schriftlichen Unterlagen. Es soll lediglich eine Powerpointpräsentation gezeigt werden. Wie kann die Kontrolle dieses sehr waghalsigen Experiments ohne schriftliche Unterlagen gewährleistet sein?“, so Holger Stoss. Der Finanzausschussvorsitzende Joachim Reetz (CDU) merkte an, dass mit dem FCU Tornesch eine quartalsweise nicht öffentliche Berichterstattung vereinbart worden sei und daran werde sich gehalten. „Und wir gehen davon aus, dass der FCU die vereinbarten Mieten tragen kann. Wir sehen nicht, dass das Torneum ein waghalsiges Experiment ist“, konterte Joachim Reetz.

Doch Holger Stoss nutzte sein Rederecht, um seine Ansicht deutlich zu machen: „Das Problem ist offensichtlich. Bei der Darstellung des Projektes Soccerhalle mit euphorischen Erfolgsaussichten war die Öffentlichkeit zugelassen. Nun nicht. Hängt das mit der schlechten Auslastung der Soccerhalle zusammen?“

Im FCU-Wirtschaftlichkeitskonzept spielte die Auslastung der Soccerhalle eine wesentliche Rolle. Aber der erwünschte Ansturm blieb aus, obwohl die Winter- und Frühjahrsmonate „Soccerhallen-Monate“ hätten sein können. Die Auslastung liegt zwischen 25 und 17 Prozent. „Mindestens 38 Prozent waren vorausgesetzt worden und erst bei 43 Prozent rechnet sich das Ganze“, brachte Holger Stoss in Erinnerung und stellte die Frage: „Wann ziehen Sie den Fallschirm?“

„Hoffentlich gar nicht“, so die Antwort des Finanzausschussvorsitzenden.

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