zur Navigation springen

Elbmarschenhaus : Wie klingen Kiebitz, Stelze und Co?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Wenn Besucher sich auf ein Gespräch einlassen, dann ist Helmut Fricke zufrieden. Der Moorreger ist Mitglied der Kreisjägerschaft Pinneberg und betreut zusammen mit fünf Kollegen, die sich wie er ehrenamtlich engagieren, das Jägerzimmer im Haseldorfer Elbmarschenhaus. Jeden Sonntag – so auch morgen - öffnen sie zwischen 10 und 16 Uhr die Tür zu ihrem kleinen Ausstellungsraum und freuen sich über interessierte Gäste.

shz.de von
erstellt am 21.Aug.2015 | 19:07 Uhr

Häufig müssen sich der ehemalige Apotheker Fricke und seine Vereinskameraden den Vorurteilen der Ausflügler, die den Weg ins Elbmarschenhaus finden, stellen. Jäger töten Tiere, mit Naturschutz hat das nichts zu tun – so die gängige Meinung. Wenn Fricke die Gelegenheit bekommt, erzählt er von seinen Naturbeobachtungen, vom Zusammenleben verschiedener Tierarten, von „Einwanderern“, wie dem Marderhund und mehr.

Er freut sich, wenn er im Laufe eines Gesprächs Vorurteile überwinden kann und Offenheit, Verständnis und Interesse wachsen. „Wir schätzen kritische Besucher. Wer sich auf ein Gespräch einlässt, kann bei uns viel lernen“, ist er sich sicher.

Wussten Sie, dass rund 100 Marderhunde in der Marsch leben, wie unterschiedlich sich das Sommer- und das Winterfell eines Rehs anfühlen, wie prächtig sich ein Kampfläufermännchen aufplustern kann, um einem Weibchen zu imponieren und wie ein Kiebitz und Bachstelze klingen?

„Ein Jäger hat zu vielen Tieren eine Geschichte zu erzählen und mit einer Erklärung ist vieles interessanter“, weiß der Moorreger, der erst nach seiner Pensionierung zur Jägerschaft gestoßen ist. Der ehemalige Apotheker hatte sich schon immer für die Natur und ihren Schutz interessiert.

Auf Anregung seiner Frau entschloss er sich zu einer Jägerausbildung. Dafür musste er ordentlich büffeln. „Zwölf Hefte à 140 Seiten waren das“, erinnert er sich. Dafür ist sein Wissen jetzt fundiert und er teilt es gern – zum Beispiel indem er Ausstellungen für das Jägerzimmer konzipiert oder mit Besuchern das Erkennen von Vogelstimmen übt. Die Kreisjägerschaft stellt jeweils ein Thema in den Mittelpunkt. Aktuell sind das die heimischen Wiesenvögel. „Früher gab es viele Kiebitze. Heute werden die Wiesen geheut. Kiebitzeltern haben als Bodenbrüter keine Chance, ihre Brut aufzuziehen“, kritisierte Fricke. Um die Marderhunde zu beobachten, hat er in der Haselorfer Marsch an zehn Stellen Kameras aufgestellt. So haben die Jäger herausgefunden, dass der Marderhund heimische Füchse nicht angreift, ihnen aber die Nahrung und ihren Bau streitig macht. Im Elbmarschenhaus leben Jäger und Vertreter des NABU in friedlicher Koexistenz. „Das funktioniert auf dieser Ebene sehr gut“, so der Moorreger. Er freut sich besonders, wenn sich jüngere Menschen für die heimische Tierwelt interessieren. Für Kinder hält er kleine Geschenke wie Lesezeichen und Anstecker bereit.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert