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Verkehrsentwicklungsplan : Wie den Verkehrsknoten entzerren?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Begeistert waren die Politiker des Bau- und Planungsausschusses vom Sachstandsbericht der Verwaltung zum Verkehrsentwicklungsplan nicht. Er fühle sich „veräppelt und hingehalten“, so der FDP-Politiker Karlheinz Böhmke. Auch der CDU-Politiker Christopher Radon sparte nicht mit Kritik: „Die ersten Ergebnisse lagen im Herbst vergangenen Jahres vor. Die im Anschluss daran erfolgte Schwachstellenanalyse und die Vorschläge sind dürftig.“

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erstellt am 11.Aug.2014 | 21:33 Uhr

Die Verwaltung hatte den Politikern mitgeteilt, dass das Unternehmen Wasser- und Verkehrskontor Neumünster, das mit der Erstellung des Verkehrsentwicklungsplanes beauftragt worden war, zur „Erhöhung der Leistungsfähigkeit“ des Verkehrsknotenpunktes Kreuzung Friedrichstraße/Jürgen-Siemsen-Straße/Ahrenloher Straße/Esinger Straße eine bauliche Erweiterung im Südosten der Kreuzung um eine Rechtsabbiegespur von der Esinger in die Ahrenloher Straße vorgeschlagen hatte. Auch könnte durch die Öffnung der Uetersener Straße für den Linienbus eine „Entspannung“ auf der viel befahrenen Kreuzung erreicht werden.

Die größtmögliche Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Kreuzung sei jedoch, so die Erkenntnis der Gutachter, eine Änderung der Signalisierung des Bahnübergangs. Die Gutachter hatten festgestellt, dass die Vollsignalisierung des Bahnübergangs vier- bis sechsmal am Tag eine Rotphase für alle anderen Verkehrsteilnehmer (Autofahrer, Radfahrer, Fußgänger) zur Folge habe. Auch der zur Lichtsignalanlage gehörende Haltebalken für die Fahrzeuge sei zu weit von der Kreuzung entfernt, so dass sich automatisch relativ lange Räumzeiten auf der Kreuzung ergeben würden. Auch dies schränke die Leistungsfähigkeit des ohnehin überlasteten Verkehrsknotenpunktes mitten im Ort ein. FDP-Mann Karlheinz Böhmke bezweifelte, dass der wenige Male am Tag über die Kreuzung fahrende Güterzug Verkehrsstau verursacht.

Und was den Vorschlag zum Bau einer Rechtsabbiegespur von der Esinger Straße kommend betrifft, merkte die SPD-Politikerin Dr. Susanne Dohrn an, dass diese Lösung dem Autoverkehr aus Richtung Heidgraben nicht nützen würde.

Bürgermeister Roland Krügel teilte den Politikern mit, dass es einen Ortstermin mit dem Bereichsleiter der Norddeutschen Eisenbahngesellschaft (NEG) gegeben hat und die NEG Bereitschaft zur Neusignalisierung des Bahnübergangs deutlich gemacht habe. „Wichtig war dabei, dass man Einigkeit über ein geeignetes Fachbüro erzielt, das den Anforderungen aller Beteiligten entspricht“, erklärte Roland Krügel. Mit dem VTT-Planungsbüro Hamburg sei ein geeignetes Büro gefunden worden, das im Juni ein Angebot für die Fachplanung der Kreuzungsneugestaltung eingereicht habe.

Ziel: Lösungsansätze sollen im Herbst der Öffentlichkeit vorgestellt werden

Die Verwaltung hat bereits ein Zusatzgutachten für den von Wasser- und Verkehrskontor vorgeschlagenen Umbau der Kreuzung Friedrichstraße/Ahrenloher Straße/Jürgen-Siemen-Straße/Esinger Straße ohne vorherige Abstimmung mit dem Bauausschuss in Auftrag gegeben. Kosten: 7000 Euro. Der Haushaltsansatz für die Erarbeitung des Verkehrskonzeptes sei im laufenden Haushaltsjahr auskömmlich, so Bürgermeister Roland Krügel. FDP-Politiker Karlheinz Böhmke nahm die Verwaltungsentscheidung nicht einfach so hin: „Nochmal 7000 Euro für eine Zuarbeit auszugeben, die eigentlich schon im Leistungsverzeichnis enthalten sein müsste, ist nicht zu verstehen.“ Artur Rieck (SPD) merkte an: „Ich hoffe, die Bahn will keine Sonderregelungen.“

Auch ein neuer Signalisierungsplan der Bahnanlage an der Kreuzung soll erstellt und nach den Sommerferien mit dem Streckenbetreiber, dem Fachplaner des Verkehrsgutachtens, der Stadt und dem Straßenbaulastträger abgestimmt werden. Der Zeitplan sieht vor, dass im Herbst die gesamte Schwachstellenanalyse zur Kreuzung mit den ersten Lösungsansätzen der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

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