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Uetersener Nachrichten

11. Dezember 2017 | 11:16 Uhr

Krippenbetreuung : Wie den Mangel beheben?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Vor einer kniffligen Entscheidung stehen die Hetlinger Gemeindevertreter: Wollen sie zusätzliche Krippenplätze schaffen und wenn ja, wie? Eine Sondersitzung des Schul- und Sozialausschusses war einberufen worden, um diese Frage zu klären. Die Politiker ließen sich unter Leitung der Ausschussvorsitzenden Renate Springer-König (Freie Wahlgemeinschaft, FW) im „Hetlinger Treff“ von Fachleuten informieren und vermieden weitgehend inhaltliche Festlegungen. In den Fraktionen soll nun beraten und während der Gemeindevertretersitzung am 19. März entschieden werden.

shz.de von
erstellt am 11.Feb.2014 | 22:50 Uhr

In der Dezember-Ratssitzung war eine Entscheidung noch verschoben worden. Seitdem hat sich die Situation verschärft. War damals von vier Krippenkindern ausgegangen worden, für die es keinen Platz in Hetlingen gibt, so sind es jetzt nach Auskunft von Kita-Leiterin Birte Koch-Behrend sieben, die ab dem Sommer unversorgt bleiben.

Dabei steht Hetlingen mit seinen zehn Krippenplätzen gar nicht mal schlecht da. Nach Auskunft von Birgit Gisdepski vom Fachdienst Jugend und Bildung der Kreisverwaltung kann die Kommune für 35 Prozent der bis Dreijährigen einen Platz bieten. Bundespolitisch angestrebt wird genau diese Quote, doch haben alle Eltern von Kindern zwischen dem ersten und dritten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf eine Betreuung.

Alle Plätze im DRK-Kindergarten werden im Sommer belegt sein, und zwar in der Krippen- sowie in den beiden Elementargruppen. Eine zusätzliche Krippengruppe im Vereinsraum oder dem Schulungsraum in der neuen Feuerwache zu schaffen, war anfangs angedacht worden, ist jedoch aus vielerlei Gründen nicht erreichbar. Möglich wäre der Umzug einer Elementargruppe aus dem Hort in den Jugendraum in der Mehrzweckhalle. In dem frei gewordenen Raum in der Kita hätte dann eine neue Krippengruppe Platz. Diese Lösung ist aus der Sicht von Ralf Hübner (FW) nur möglich, wenn für die Jugendarbeit ein neues Domizil gefunden wird. Hintergrund: Die Freien Wähler hatten sich massiv für die Wiedereinrichtung des Jugendraumes eingesetzt.

„Ich sehe nicht, dass wir auf Dauer zehn weitere Krippenplätze brauchen“, stellte Bürgermeisterin Barbara Ostmeier (CDU) zu den Erweiterungsplänen fest. Birgit Gisdepski brachte noch die Erhöhung der Gruppenstärke in den beiden Elementargruppen ins Gespräch. Statt der 20 könnten bis zu 25 Mädchen und Jungen betreut werden. Kinder sollten dann nach ihrem dritten Geburtstag aus der Krippen- in die Elementargruppe umziehen können. Die Gemeinde würde ohne kostspielige Umbauten auskommen.

Doch diese Lösung bringt erst im Frühjahr beziehungsweise Sommer 2015 drei freie Plätze in der Krippe, erklärte Birte Koch-Behrend. Zudem sei es nicht leicht für die Dreijährigen, sich in einer großen Elementargruppe zu integrieren.

Möglich wäre auch die Betreuung über Tagesmütter. Die einzige Hetlinger Tagesmutter Doreen Böttcher berichtete, dass sie drei freie Plätze bieten könnte. Eine Nachmittagsbetreuung, die viele Eltern für ihre Lütten brauchen, wird es bei ihr jedoch nicht an allen Wochentagen geben.

Kosten Die Schaffung eines zusätzlichen Betreuungsangebotes für unter Dreijährige wäre für die Gemeinde Hetlingen eine kostspielige Angelegenheit. Wenn im DRK-Hort der Raum einer Elementar- in einen für die neue Krippengruppe umgewandelt und diese Elementargruppe im Jugendraum in der Mehrzweckhalle untergebracht wird, sind nach einer Schätzung der Uetersener Verwaltung Umbaukosten von 57000 Euro zu zahlen.

Fällig werden Einrichtungskosten für die weitere Krippengruppe in Höhe von mindestens 8000 Euro. Hinzu kommen die laufenden Betriebskosten. Nach einer Ausarbeitung von Ingrid Moscharski vom DRK-Kreisverband müsste die Kommune ein zusätzliches Defizit von 40000 Euro jährlich decken.

Nicht leicht zu wuppen, denn das aktuelle Haushaltsdefizit Hetlingens liegt bei 214000 Euro. (tp)

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