Die Zukunft von Hatlapa liegt in der Hand der Finnen : Wie das Stochern im Nebel

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Wie entscheidet der neue Präsident von MacGregor? Kann er sich für das Alternativpapier, erarbeitet von der Uetersener Geschäftsleitung und der Belegschaft, begeistern? Oder hat der Gegenentwurf zum Forderungspapier aus Finnland von vornherein keine Chance?

shz.de von
29. Juli 2015, 18:56 Uhr

Zur Historie berichtete gestern die IG Metall Unterelbe: Am 19. Juni wurde der Betriebsrat von der Geschäftsleitung über geplante Änderungen am Standort Uetersen informiert. Der Konzern (MagGregor gehört zu Cargotec) erwartet von der Belegschaft ein gravierendes Entgegenkommen in den nächsten Jahren, sonst würde der Standort „abgewickelt“. Grund dafür sei die schlechte Auftragslage im Unternehmen als Folge der Rezession der maritimen Branche.

Trotzdem hat die gewählte Tarifkommission die Verhandlung mit der Geschäftsführung aufgenommen, um die Chance der Standortrettung wahrzunehmen, mit dem Ziel, so viele Arbeitsplätze wie möglich am Standort Uetersen zu erhalten.

Es folgten konstruktive aber schwierige Verhandlungswochen, in denen verschiedenste Einsparungsszenarien durchgespielt wurden.

„Das größte Problem ist das Spiel über Bande.“, formuliert Rainer Dreyer, Betriebsratsvorsitzender von MacGregor Hatlapa, das größte Problem. „Keiner weiß genau, was der Konzern wirklich erwartet, so dass wir mit einem Geist verhandeln.“ Es ist also wie das Stochern im Nebel.

Am Dienstag einigten sich die Tarifkommission (also die Vertreter der Belegschaft) und Kai Trulsson, 1. Bevollmächtigter und Geschäftsführer der IG Metall Unterelbe, mit der Uetersener Geschäftsführung auf ein Eckpunktepapier. Dieses wurde den Gewerkschafts-Mitgliedern gestern während einer Versammlung zur Abstimmung gestellt. Dabei ging es um Arbeitszeitanpassungen und finanzielle Einbußen. Im Gegenzug soll der nicht vermeidbare Stellenabbau sozialverträglich erfolgen.

Bei der Belegschaft bleibt aber ein fader Nachgeschmack. Der Cargotec-Konzern erwartet in den nächsten Jahren Gewinne in dreistelliger Millionenhöhe. Unverständlich, dass trotzdem Kollegen vor Ort auf ihre vertraglichen Leistungen verzichten sollen.

„Ob die Konzernleitung MacGregor einem Kostensenkungskonzept der Geschäftsleitung überhaupt eine Chance einräumen, ist unklar.“, so Trulsson. „Eine Schließung des Standorts Uetersen steht weiterhin im Raum. Sicher ist allerdings, dass die Beschäftigten nicht kampflos eine Schließung ihres Standorts hinnehmen werden.“

Eine Reaktion aus Helsinki, von der Konzernspitze, wird erst für Mitte August erwartet. Dann werden sowohl der Konzernchef von Cargotec als auch der neue Präsident von MacGregor den Uetersener Standort besuchen.

Das Eckpunktepapier

Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit von 35 auf 38 Stunden/Woche (mit Option, dass bei besserer Wirtschaftslage, abgegolten wird), Verzicht auf 50% Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld, Änderung des Schichtmodells, Reduzierung der Mitarbeiter, Betriebsvereinbarung zur Übernahme der Auszubildenden im Rahmen des Tarifvertrages folgt.

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