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Uetersener Nachrichten

21. August 2017 | 01:38 Uhr

Öffnungsklauseln : Wider der Regulierungswut

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Zwei Aktenordner zeigt Jens Hüllmann den Besuchern, wenn der sonst so kühle Banker sich über die bürokratische Regulierungswut in Rage redet, mit der die Raiffeisenbank Seestermühe in den vergangenen Jahren konfrontiert wurde. In einem Ordner sind alle Handlungsanweisungen zusammengefasst, die bis zur Finanzkrise für das Marsch-Geldinstitut entwickelt wurden. In dem zweiten Aktenordner ist zusammengefasst worden, was nach 2008 hinzugekommen ist.

„Eine hundertprozentige Steigerung“ macht sein Vorstandskollege Gerd Reese bei den Regulierungsmaßnahmen aus. Das produziert nicht nur Kosten, sondern bindet auch Arbeitskraft der sieben Mitarbeiter der Raiba Seestermühe. „Wir haben weniger Zeit für die Kunden“, schlussfolgert Hüllmann.

Die beiden Vorstände hatten den Bundestagsabgeordeneten und parlamentarischen Staatssekretär im Innenministerium Ole Schröder eingeladen, um ihm die Auswirkungen der staatlichen Regulierungswut zu verdeutlichen.

Die Raiba-Spitze konnte dem CDU-Kreisvorsitzenden gleich eine Lösung präsentieren. Schwer in die Bedroulle gebracht hätte die von Schwarz-Gelb geschaffene Bankenabgabe die Seestermüher, die zu den kleinsten Volks- und Raiffeisenbanken Deutschlands gehört. Doch für den Notfallfonds wurden Freibeträge eingerichtet, so dass die Marschmer verschont blieben. Öffnungsklauseln heißt das Zauberwort.

Die habe es bereits bei dem Bankenregulierungspaket „Basel2“ für kleinere Institute gegeben, so Hüllmann. Sie müssten auch für „Basel3“ gelten, das als Reaktion auf die Finanz- und Wirtschaftskrise konzipiert wurde.

„Über Öffnungsklauseln muss weiter diskutiert werden“, steht für den Christdemokraten nach dem Gespräch mit den beiden Raiba-Männern fest. Die Regulierungen seien für große, systemtragende Banken richtig. Es sei aber auch wichtig, die kleineren Geldinstitute nicht mit zusätzlicher Bürokratie zu beladen. Schröder will die Diskussion mit den Vorständen der Raiffeisenbank Seestermühe fortführen. Dazu wird man sich in Berlin treffen. Der Rellinger strich die große Bedeutung der Bank für die Region heraus. Sie sei hervorragend durch die Krise gekommen, so der Parlamentarier. Es gelang ihr immer, die Unternehmen zu vernünftigen Konditionen mit Krediten zu versorgen.

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erstellt am 18.Nov.2011 | 22:12 Uhr

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