zur Navigation springen

Veranstaltung zum Weltfrauentag : Wertschätzung für „Frauensaiten“

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Ein ganz besonderes Kapitel europäischer Musik- und Kulturgeschichte schlug am Freitag, dem 8. März, das aus der Ukraine stammende Musikerehepaar Kalinowsky in der Begegnungsstätte POMM 91 auf. Bella Kalinowska (Klavier) und Semjon Kalinowsky (Bratsche) spielten klassische Werke von Komponistinnen aus dem 19. und 20. Jahrhundert, deren Musikschaffen aufgrund der gesellschaftlichen Verhältnisse unbeachtet oder im Verborgenen geblieben war.

Organisiert worden war der Abend aus Anlass des Internationalen Frauentages von den Gleichstellungsbeauftragten der Städte Tornesch, Inga Pleines, sowie Uetersen, Christiane Greve, in Zusammenarbeit mit dem multikulturellen Verein Tornescher Allerlei (ToAll). Etwa 40 Interessierte, darunter auch ein paar ihre Frauen begleitende Männer, hatten sich im POMM 91 eingefunden.

Das Duo Kalinowski hatte für sein Programm „Frauensaiten“ die Sonate op.11 von Helene Liebmann (1796-1835), Romanzen op. 22 von Clara Schumann (1819-1896), das Werk Morpheus von Rebecca Clarke (1886-1979), das Adagio von Fanny Mendelssohn-Hensel (1805-1847), das Werk Tva Romanser der Schwedin Elfrida Andree (1841-1929), die Ballade in f-Moll der Engländerin mit russischen Wurzeln Minna Keal (1909-1999) sowie „Reflections on a Niggun“ von Sarah Feigin (1928-2011) ausgewählt und zum Teil für Klavier und Bratsche bearbeitet. Sowohl die Worte, mit denen Bella Kalinowska das Schicksal der „vergessenen“ Komponistinnen“ erläuterte, als auch der Vortrag der Stücke fand bei den Veranstaltungsbesuchern großen Anklang und verdeutlichte, dass es nicht immer selbstverständlich war, dass auch Mädchen und Frauen alle Wege zur Entfaltung ihrer Talente offen standen. Mit viel Beifall würdigten die Besucher das Spiel des Duos und die Kompositionen der Frauen, die trotz ihrer zum Teil dramatischen Schicksale wunderbare Kompositionen geschaffen hatten.

Die Gleichstellungsbeauftragten Inga Pleines und Christiane Greve hatten den Abend eröffnet und die anwesenden Frauen zum Frauentag beglückwünscht. „Die Rolle der Frau, wie hat sie sich verändert? Sind wir schon da, wo wir hinwollen? Sind wir bei gleichen Rechten von Mann und Frau?“, fragten sie. Auch wenn sich bereits viel verändert hat in Sachen Gleichberechtigung, so sind die Themenfelder national und international noch immer umfangreich.

Die Gleichstellungsbeauftragten machten auf den Equal Pay Day (erst am 21. März haben Frauen für gleichwertige Arbeit so viel verdient wie Männer am 31. Dezember des Vorjahres) deutlich und riefen die Frauen dazu auf, zur Wahl zu gehen. „Frauen haben lange für ihr Wahlrecht gekämpft, wir müssen es wertschätzen und vor allem ausüben“, betonten Christiane Greve und Inga Pleines.

zur Startseite

von
erstellt am 10.Mär.2013 | 20:36 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert