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Drei-Königs-Treffen : Wer zusammenarbeiten will, muss bereit dazu sein

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Es gibt Tage im Jahr, da wird „vom Leder gezogen“. Da wird „hart an der Wahrheit“ argumentiert. Ein solcher Tag ist gewöhnlich auch das „Drei-Königs-Treffen“ der FDP. In diesem Jahr aber gab man sich bei den Liberalen bescheidener. „Wir sind noch da“, so lautete das Motto. Schließlich flog die Partei erstmals aus dem Bundestag. Dennoch: Gut, dass es solche Tage der Tradition gibt, schützen sie doch davor, in Vergessenheit zu geraten.

shz.de von
erstellt am 07.Jan.2014 | 21:05 Uhr

Wie im Großen (in Stuttgart) so im Kleinen (in Uetersen). Das Drei-Königs-Treffen in der Rosenstadt genießt ebenfalls eine lange Tradition, wobei man sich vor Ort stets maßvoll gab, zumindest auf offizieller Seite. Rolf Maßow, der stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende, ist bekennender Sozial-Liberaler und trauert noch heute der Ära der SPD/FDP-Koalition nach. Das sagte er auch am Montag im Schützenhaus an der Kuhlenstraße 2. Dorthin hatte die FDP Tornesch-Uetersen eingeladen. Etwa 50 Bürger waren erschienen. Sie wollten jedoch nicht nur die Worte von Maßow hören („Eine Große Koalition ist immer nur eine Notlösung“), sondern waren insbesondere am Referat von Andreas Faust zum Thema „Interkommunale Zusammenarbeit“ interessiert. Eine Alternative nach den gescheiterten Fusionsbemühungen? Der Erste Stadtrat, CDU-Stadtverbandsvorsitzende und Leitende Verwaltungsbeamte des Amtes Schenefeld in Mittelholstein (umfasst 22 Gemeinden) informierte die Anwesenden während eines kurzweiligen Vortrags über die Möglichkeiten, die Kommunen haben, zusammenzuarbeiten. Der erste Einwurf seitens des Publikums erreichte ihn beim Thema Schulzweckverband. Da hätte Uetersen schon längst viel aktiver werden können, forderte Ulf Lüders. Faust dazu: „Der politische Wille muss in beiden Städten vorhanden sein.“ Holger Köpcke von der BfB glaubte zu wissen, dass die SPD in Tornesch derzeit gar keine diesbezügliche Zusammenarbeit wolle. Norbert Vahl, Kreisvorsitzender der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA), empfahl, die Polemisierung und die Politisierung aus diesem Thema herauszulassen. Befindlichkeiten müssten abgelegt werden. „Unsere Schulen“, so müsse es heißen!

Wie würde Faust die Zusammenarbeit anpacken, wenn er Bürgermeister wäre, wollte Rolf Maßow wissen. Der Angesprochene wollte das offensichtlich nur theoretisch verstanden wissen. Seiner Ansicht nach könnten die Bauhöfe zusammengelegt werden. Zielführend wären alle Aufgaben, die zusammen erledigt werden könnten. Und was ist mit den Feuerwehren? Mit den ehrenamtlich Tätigen wollte es sich niemand verderben. Faust sagte aber, dass es in seinem Amtsbezirk 17 Feuerwehren gebe – bei 22 Gemeinden. Allerdings werde die Dorfkultur insbesondere von der Feuerwehr gelebt. Ferdinand Nanz zum Thema: „Die Kosten werden ja nicht geringer.“ Für Norbert Vahl, der selten ein Blatt vor den Mund nimmt, ist die Feuerwache in Esingen „völlig überflüssig“. Es seien reine Befindlichkeiten, die haltmachten vor dem Thema einer diesbezüglichen Neuorganisation. Auch im Rettungsdienst kooperiere man bekanntlich seit geraumer Zeit. Vahl mahnte auch dabei mehr Sachlichkeit an. Cornelia Maßow schlug vor, die Verwaltungsspitzen zusammenzulegen.

Weitere Möglichkeiten der interkommunalen Zusammenarbeit wurden erläutert und dabei auch regionale Beispiele gefunden.

Fazit des Abends: Es sei vieles möglich, man müsse es nur anpacken.

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