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Uetersener Nachrichten

19. Oktober 2017 | 19:18 Uhr

Hobby-Historiker : Wer weiß noch etwas?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Mit einem Aufruf und einer Einladung wenden sich zwei Moorreger vornehmlich an die älteren Bürger aus dem Dorf. „Wer weiß noch etwas?“, fragen Hauke Heidecke und Uwe Mahnke. Die Hobby-Historiker wollen mehr über Moorrege im Dritten Reich erfahren. Dazu werden Zeitzeugen gesucht sowie alle, die etwas zu berichten haben, am Mittwoch, 29. Januar, zu einem Treffen eingeladen. Es beginnt um 19 Uhr im Haus des Kulturforums, der alten Moorreger Schule in der Klinkerstraße.

shz.de von
erstellt am 20.Jan.2014 | 21:10 Uhr

Die beiden kennen sich aus der Politik – Heidecke engagierte sich in der Gemeindevertretung, Mahnke arbeitet dort noch heute – sowie über ihr Hobby. Sie tauchen gern ein in die Geschichte. Vor allem die Historie ihres Dorfes hat es ihnen angetan. Heidecke ist „erblich vorbelastet“. Sein Vater Kurt Uwe kümmert sich um das Archiv des Amtes Moorrege. Mahnke ist Mitglied im Verein „Gegen Vergessen – Für Demokratie“, dessen Vorsitzender bis zu seiner Wahl zum Bundespräsidenten Joachim Gauck war. Man hat das Ziel, die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen und das Unrecht der SED-Diktatur wach zu halten. Ferner soll für Toleranz und Demokratie geworben werden. Ausgangspunkt für Heidecke und Mahnke ist die im Herbst 2012 vorgestellte Moorreger Chronik. Ein kleiner Teil beschäftigt sich mit den Jahren 1933 bis 1945. Sie wollen mehr wissen. Heidecke hatte seine Recherchen für die Chronik eingereicht und sie gleichzeitig Mahnke zum Lesen gegeben.

„Es sind nicht nur die großen Ereignisse gefragt“, erklärt Heidecke. Sie wollten wissen, wie die Menschen gelebt haben. „Auch nebensächlich erscheinende Dinge können dazu beitragen, dass sich später Geborene ein Bild über das Dorf während des Tausendjährigen Reiches bilden können“, erklärt Mahnke.

Wie war das Leben auf den Höfen? Wie waren die nachbarschaftlichen Verhältnisse? Haben die Menschen damals gefeiert? Es gibt viele Fragen, zu denen es noch keine Antworten gibt.

Sie erhoffen sich ähnlich zahlreiche Erkenntnisse wie durch den Bericht von Werner Suhl, geboren 1930, den Heidecke aufzeichnete. So erzählte der Moorreger über den damaligen Unterricht, die auf dem Hof arbeitenden französischen und russischen Gefangenen sowie die Auswirkungen des Krieges auf die Menschen im Dorf. Sollte die Veranstaltung am 29. Januar neue Erkenntnisse bringen, wollen Mahnke und Heidecke weitere Treffen folgen lassen.

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