Barrierefreiheit : Wer rechtzeitig plant, der ist clever

Prävention kann Kosten sparen helfen. Das Prinzip Vorsorge ist auch ein Thema beim Bauen und Wohnen. Während der jüngsten Sitzung des Seniorenbeirates der Stadt Uetersen wurde die „Barrierefreiheit“ behandelt und zwar die in den eigenen „vier Wänden“. Antje Oppermann, Diplom-Sozialberaterin und Expertin, wenn es um Fragen der Wohnungsanpassung geht, verriet, an was alles gedacht werden muss, soll eine Wohnung barrierefrei hergerichtet werden. In der Praxis ist das insbesondere dann Thema, wenn ein Ereignis (zum Beispiel ein Unfall) dazu geführt hat, dass der Betroffene nach einem Krankenhausaufenthalt zurück in die eigene Wohnung soll, die aber vielfältige Stolperfallen „bereithält“. Eine solche kann sogar der gute Perserteppich sein.

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05. November 2013, 21:42 Uhr

Wer dem begegnen möchte, gelange schnell an Grenzen. Denn ein Zustand der Null-Barriere lasse sich nicht über Nacht herbeiführen. Antje Oppermann führte die Problemlagen an, denen Betroffene nun gegenüberstehen. Nicht nur der Zeitfaktor ist ein Hindernis, auch die Kosten sind Hürden, die es zu überwinden gilt. Soll ein Kredit bei der Bank beantragt werden, muss Eigentum vorhanden sein. Denn im hohen Alter werde sich kaum eine Bank finden, die ohne Sicherheit vorfinanziert, waren sich auch die Mitglieder des Seniorenbeirates einig. 50000 Euro Kosten kämen schnell zusammen. Antje Oppermann riet allerdings dazu, zunächst an einfache Hilfen zu denken, bevor die Türen verbreitert werden sollen, damit der Rollstuhl hindurch passt. Klein sticht Groß: Manchmal helfe bereits der zweite Handlauf an der Treppe. Im Internet gebe es Informationen genug zum Thema. Die Referentin empfahl unter anderem die Seite „nullbarriere.de“. Doch allen wurde im Verlaufe des Vortrages zudem deutlich, dass der am meisten sparen könne, der rechtzeitig an die Barrierefreiheit denkt. Zum Beispiel schon beim Bau eines Hauses. Architekten sollten dahingehend beraten. Einfach einmal 30 Jahre weiter denken und diesbezüglich planen. Denn Barrierefreiheit schränke den Wohnkomfort in keinster Weise ein.

Uwe Staack, Vorsitzender des Seniorenbeirates, dankte der Vortragenden und sagte, dass das Gremium die Barrierefreiheit, ob im öffentlichen oder privaten Raum, weiterhin im Auge haben werde. Das sei ein Thema, das angesichts des demografischen Wandels an Bedeutung gewinne, vor dem man sich also nicht verschließen könne. Die Sitzung im Rathaus wurde mit Regularien und Informationen aus den politischen Fachausschüssen fortgesetzt.

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