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Windpark Uetersen : „Wer jetzt verkauft, ist ganz schön blöde“

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der Wind weht in der Marsch. Und das in doppeltem Sinne. Einmal weht er tatsächlich recht kräftig, was die Kommanditisten freut. Anders aber auch im übertragenen Sinne. Und dabei ziemlich kreuz und quer.

shz.de von
erstellt am 01.Aug.2012 | 20:04 Uhr

Jetzt hat sich einer der 55 Kommanditisten des Windparks bei den Uetersener Nachrichten gemeldet. Er wundert sich über die aktuellen Verkaufsgespräche von wem auch immer. Planet Energy, Hamburg Energie, Greenpeace Energie, Stadtwerke Uetersen – jetzt an einen dieser zu verkaufen sei dumm. Denn den Kommanditisten sei seitens eines Steuerberaters mitgeteilt worden, dass in den kommenden zehn Jahren mit einer jährlichen Rendite von bis zu 30 Prozent gerechnet werden könne. Und dass der Windpark in den vergangenen Jahren keine Gewinne erwirtschaftet habe, wie zuweilen behauptet werde, sei ebenfalls Quatsch. Sonst hätten die Bankkredite gar nicht zurückbezahlt werden können.

Die Kommanditisten hätten nur keine Ausschüttungsbeträge erhalten. Das habe aber auch an den Reparaturen gelegen. Nach zwölf Jahren sei der Windpark fast schuldenfrei. Im kommenden Jahr werde den Kommanditisten der gesamte Windpark gehören, denn dann sei der letzte Eurocent der Kreditsumme abgelöst. Wie war das am Anfang des Engagements? Damals, vor zwölf Jahren, hätten die Kommanditisten 25 Prozent des Windparkwertes einbezahlt, so der UeNa-Gesprächspartner. Das Fremdkapital hat demnach 75 Prozent betragen. Und nun, ärgert sich der Kommanditist, „sollen wir mit 120 Prozent unseres eingesetzten Kapitals abgespeist werden.“ Es sei wirklich dämlich, jetzt zu verkaufen.

Der Informant, der namentlich nicht genannt werden möchte, sagte, dass er sich nicht vorstellen könne, dass es Planet Energy gelingen werde die beabsichtigten 75 Prozent am Windpark zu erwerben. Zumal sich das Hamburger Unternehmen nur auf Basis des eingezahlten Kapitals von damals engagieren wolle. Aufgrund der Tatsache, dass die Kredite zurückbezahlt worden seien, sei der Wert, den jeder Kommanditist gezeichnet habe, um das vierfache angestiegen.

Doch es gibt bekanntlich noch ein anderes Angebot. Das von den Stadtwerken und Hamburg Energie. Das sei zwar geringfügig besser (130 Prozent des eingesetzten Kapitals) aber ebenfalls kaufmännisch nicht annähernd auskömmlich. „Außerdem möchte Hamburg Energie den gesamten Windpark kaufen und will sich nicht auf lediglich 75 Prozent beschränken. Dass den Beteiligten das gelingen werde, dürfe bezweifelt werden, so der Kommanditist, denn es gebe bereits einige Kommanditisten, die an Planet Energy verkauft hätten.

Hamburg Energie und die Stadtwerke könnten mit ihrem Angebot nur Erfolg haben, wenn es Planet Energy nicht gelingt, bis zum 30. September die beabsichtigte Mehrheit des Windparks zu erwerben. Ende September läuft die Frist der Greenpeace-Tochter aus. Doch auch dann, so die Einschätzung des Kommanditisten, wird es Hamburg Energie und den Stadtwerken nicht gelingen, zum Zuge zu kommen. Denn auch dann stehen dem Angebot die hohen Renditeaussichten entgegen.

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