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Uetersener Nachrichten

17. August 2017 | 10:04 Uhr

Wahlnachlese : Wer hilft jetzt dem Frauenhaus?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Wie bewertet die örtliche Politik das Wahlergebnis in Schleswig-Holstein? Die UeNa fragten nach. „Ich habe ein besseres Ergebnis für die Landes-SPD erwartet“, sagte Ingo Struve, Vorsitzender der SPD in Uetersen. „32 bis 33 Prozent analog der Meinungsumfrage. Für Uetersen traf das ja auch zu. Mich überrascht das starke Abschneiden der FDP. Dass die Piraten so stark werden, hatte ich erwartet.“ Die niedrige Wahlbeteiligung bezeichnete Struve als „bestürzend“. Und dass Thomas Hölck, SPD-Direktkandidat im Wahlkreis 24 nicht in den Landtag eingezogen ist, „finde ich traurig“. Weil er einen guten Wahlkampf gemacht habe. „Ich habe ihn schon als Landtagsabgeordneten erlebt und dort positiv wahrgenommen. Unter anderem hat er Uetersen geholfen, die Mensa zu realisieren, indem er für Uetersen Fördergelder generiert hat. Diesbezüglich habe ich von der Kollegin der CDU, Barbara Ostmeier, nichts wahrgenommen.“ Struve geht davon aus, dass es nun eine „Schleswig-Holsteiner-Ampel“ aus SPD, den Grünen und dem SSW geben wird.

Anders urteilt Michael Reibe, Vorsitzender des CDU-Stadtverbands in der Rosenstadt: „Ich finde das Wahlergebnis nicht total erschreckend aber auch nicht erquickend. Aus meiner Sicht gibt es keine stabile Mehrheit für das Land, das finde ich schade. Ich glaube nicht den Worten von Torsten Albig, dass ein Bündnis von CDU, Grünen und SSW über eine Dauer von fünf Jahren hält. Daher wäre es sicherlich sinnvoller, ein Bündnis zwischen CDU und SPD zu bilden, das wahrscheinlich aber nicht zustande kommen wird.“

Sabine Werner, Vorsitzende der FDP Tornesch-Uetersen, sagte: „Ich finde das Ergebnis aus unserer Sicht sehr erfreulich. Im Wahlkampf haben wir die positive Stimmung bereits vernommen, und das hat sich jetzt bestätigt. Nach der Wahl ist vor der Wahl. Jetzt liegt es an den gewählten Vertretern im Land, zu sehen, eine stabile Regierung zu bilden. Für uns heißt es dann schon wieder, den Blick auf die Kommunalwahl im Frühjahr 2013 (26. Mai) zu richten.“ Egal, wer sich jetzt zusammenschließe, man werde jetzt eine stabile Regierung bilden. Denn der Wähler werde nicht erfreut sein, schon bald wieder erneut an die Wahlurnen gerufen zu werden. „Es wird schwierig. Aber es ist so wie es ist.“

Und was sagen die Kandidaten? Barbara Ostmeier hat den Wahlkreis 24 zwar gewonnen, aber knapp. „Ich hatte es kommen sehen, weil wir als CDU das Problem haben, die Städte mit ihren Problemen mitzunehmen“, beschreibt sie ihre herben Verluste in Uetersen und insbesondere in Wedel. Die Streichung des Frauenhauses und die Einsparungen bei der Fachhochschule in Wedel durch die schwarz-gelbe Landesregierung könne man nicht wettmachen. „Es ist der CDU nicht gelungen, die Leute zu mobilisieren. Mich enttäuscht das. Ich stand immer zur Verfügung für die Leute vor Ort. Es ist dennoch angekommen, dass ich mit den Leuten spreche, sonst wäre das in Uetersen noch schlechter gelaufen.“ Nun gelte es, genau dort anzuknüpfen. „Ich glaube, für mich ist der starke Zusammenhalt aller Ortsverbände im Wahlkreis ein starkes Plus. Was mich ‘gerettet’ hat, ist diese Bank.“ Heute nimmt Barbara Ostmeier an der ersten Fraktionssitzung nach der Wahl in Kiel teil. Dort geht es sicherlich auch strategisch zur Sache. Eines weiß die Hetlinger Bürgermeisterin ganz genau: „Ich möchte nicht teilhaben an einer Koalition, die die Haushaltsstabilität infrage stellt oder den Schulfrieden bricht.“

„Glückwunsch an Frau Ostmeier“, erklärt der SPD-Direktkandidat Thomas Hölck, der sich mit 699 Stimmen der Christdemokratin geschlagen geben musste, „und vielen Dank an die Bürger, die für uns votiert haben.“ Auch über die Landesliste – der Haseldorfer war auf Platz 18 nominiert worden – gelang der Einzug ins Kieler Parlament nicht. Zwei Genossen stehen noch vor ihm, falls ein Nachrücker gebraucht wird.

Er sei an der geringen Wahlbeteiligung gescheitert, erläutert Hölck. Die CDU habe ihre Wählerschaft besonders in den Dörfern mobilisieren können. Dies sei der SPD in den Städten nicht so gut gelungen. Die Gewinne seiner Partei sieht der stellvertretende Kreisvorsitzende als eine gute Vorlage für die Kommunalwahl im Frühjahr 2013. Sorge bereitet Thomas Hölck allerdings, dass sich „jetzt kein direkt gewählter Abgeordneter um das Wedeler Frauenhaus kümmern kann.“

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erstellt am 07.Mai.2012 | 21:17 Uhr

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