zur Navigation springen

Abwasserverband : Wer darf in der Versammlung sitzen?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Wer sitzt für den Abwasserverband Elbmarsch (AVE) in der Verbandsversammlung des Abwasser-Zweckverbandes (AZV) Pinneberg? Über diese Frage streiten sich die Marsch-Politiker seit Anfang des Jahres und auch während der jüngsten Sitzung des Amtsausschusses konnte keine Lösung gefunden werden.

shz.de von
erstellt am 13.Okt.2014 | 21:27 Uhr

Ausgelöst hatte die Kontroverse die Gemeinde Haseldorf, die zusammen mit dem Haselauer Nachbarn ein Schmutzwassernetz betreibt. 2006 wurde zusammen mit dem AZV der AVE gegründet, um technische Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen. Später trat noch die Gemeinde Hetlingen bei.

Schweres Geschütz hatte der Haseldorfer Bürgermeister und CDU-Vorsitzende Uwe Schölermann während der Jahresversammlung gegen seinen Parteifreund, Amtsvorsteher Rolf Herrmann aufgefahren. Nicht genügend informiert fühlte er sich von dem Haselauer, der für den AVE in der AZV-Verbandsversammlung sitzt. Die Haseldorfer Christdemokraten drohten sogar zeitweise mit der Auflösung des Abwasserverbandes Elbmarsch.

Während der Amtsausschusssitzung im Juli schien ein Kompromiss gefunden. Es sollten zwei Vertreter des AVE in das oberste politische Gremium des Klärwerkes geschickt werden. Neben Herrmann könnte Schölermann einziehen. Doch diese Lösung durchkreuzte der AZV mit Hinweis auf die eigene Satzung.

Während der jüngsten Sitzung im Feuerwehrgerätehaus Hetlingen schlug Herrmann einen neuen Kompromiss vor. Danach sollte der Amtsausschuss zugunsten der Verbandsversammlung des AVE auf die Entsendung eines Vertreters zum AZV verzichten. Herrmann sitzt zwar auch in diesem Gremium, könnte aber, um endlich Frieden zu stiften, Schölermann diese Aufgabe in der AZV-Versammlung überlassen. Doch die Christdemokraten – neben Herrmann und Schölermann sitzt die Hetlinger Bürgermeisterin Monika Riekhof in dem Ausschuss – hatten die Rechnung ohne die anderen drei Amtsausschussmitglieder gemacht. „In unserer Gemeindevertretung haben wir beschlossen, dass es keine Notwendigkeit für eine Änderung gibt“, erklärt der erste stellvertretende Haselauer Bürgermeister Gunter Küchler (FWH). „Solange der Amtsvorsteher mit Heinz Lüchau ein Haseldorfer war, gab es überhaupt kein Problem. Doch jetzt ist ein Haselauer Amtsvorsteher und plötzlich muss sich etwas ändern.“ Wie Küchler stimmten auch Michael Rahn (Freie Wahlgemeinschaft Hetlingen) und der Haseldorfer Sozialdemokrat Thomas Hölck gegen den Vorschlag, den Schölermann in die AZV-Verbandsversammlung hätte hieven können. Bei drei zu drei Stimmen war der Vorschlag abgelehnt.

Lesen Sie mehr zum Stimmverhältnis beim AVE in dem unten stehenden Artikel.

Wer darf abstimmen?

Hätte der Amtsausschuss während seiner jüngsten Sitzung das Recht an die AVE-Verbandsversammlung abgegeben, den Vertreter in der AZV-Verbandsversammlung zu benennen, so wäre die Wahl des Haseldorfer Bürgermeisters Uwe Schölermann kein Selbstgänger gewesen.

Denn im obersten Gremium des Abwasserverbandes Elbmarsch sitzen fünf Vertreter für das Amt Haseldorf, unter ihnen Amtsvorsteher Rolf Herrmann. Sie repräsentieren Haselau, Haseldorf sowie die Moorreger Ortsteile Bauland und Klevendeich. Hinzu kommen zwei Vertreter aus Hetlingen.

Komplettiert wird die AVE-Mitgliederversammlung durch zwei Vertreter des Abwasser-Zweckverbandes (AZV) Pinneberg, die bei Abstimmungen über je zwei Stimmen verfügen. Einer von ihnen ist Lutz Altenwerth, Verbandsvorsteher des AVE und Vorstand des azv Südholstein. (tp)

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert