Wirtschaftsförderung : WEP finanziell saniert

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Die Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft des Kreises Pinneberg GmbH (WEP) blickte bei ihrer Bilanzpressekonferenz auf ein erfolgreiches Jahr 2011 zurück, das dem Kurs der letzten Jahre folgte. Somit konnte Geschäftsführer Harald Schroers in nur sechs Jahren das Unmögliche möglich machen: Die WEP ist heute finanziell saniert.

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15. Juli 2012, 18:59 Uhr

Als Schroers Mitte 2006 die Geschäftsführung übernahm, befand sich die WEP in einem äußerst desolaten Zustand. Knapp 30 Millionen Euro Verbindlichkeiten wies der Kassensturz für den Jahresabschluss 2005 aus, die WEP stand vor der Zahlungsunfähigkeit. „Das notwendige Sanierungskonzept stand schon nach wenigen Wochen. Es umfasste im Wesentlichen die Neuausrichtung des Grundstücksvertriebs, den Ausbau der Drittmittelfinanzierung sowie die Optimierung von Finanzierungs- und Investitionskosten.“, zählte Schroers nun auf. Schmerzhaft für den Gesellschafter Kreis Pinneberg: auch eine Kapitaleinlage von rund 14 Millionen Euro gehörte dazu. Seitdem können sich die Bilanzen sehen lassen.

Von 2006 bis 2011 investierte die WEP jedes Jahr rund 600 000 Euro in den Bau von Straßen und Erschließungsanlagen. Davon profitieren heute Unternehmen und Beschäftigte gleichermaßen. Mit dem Verkauf von Grundstücken und anderen Dienstleistungen erwirtschaftete die WEP in dieser Zeit einen durchschnittlichen Jahresgewinn von 900 000 Euro. Die Bankverbindlichkeiten liegen aktuell bei Krediten in Höhe von 3 Millionen Euro. Diese können bei anstehender Fälligkeit sofort mit dem mittlerweile wieder vorhandenen Vermögen abgelöst werden.

„Das finanzielle Sanierungsziel haben wir weit vor der geplanten Zeit erreicht. Das freut uns als Gesellschafter natürlich sehr und diese Leistung verdient auch unseren Dank an Geschäftsführung und Belegschaft“, sagte Landrat Oliver Stolz als Vertreter des Hauptgesellschafters Kreis Pinneberg. „Der eigentliche Gewinn für den Kreis und seine Bürger zeigt sich aber nicht in den Bilanzen, sondern in den Dienstleistungen für den Kreis und den externen Erträgen aus der Arbeit der WEP“ ergänzte Wilhelm Alms, Vorsitzender des Aufsichtsrates und der Gesellschafterversammlung.

Ein Beispiel ist die Gründungsförderung: Über 100 Gründungswillige hat die WEP im Jahr 2011 mit Beratung und Information begleitet. Etwa 50 davon wagten den Schritt in die Selbstständigkeit. Jedes dieser neugegründeten Unternehmen bringt mindestens einen Arbeitsplatz meistens mit Lohn und Einkommensteuer. Im Kreisgebiet gab es im Jahr 2011 rund 80000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze, mit denen ein Gewerbesteueraufkommen von über 130 Millionen Euro erwirtschaftet werden konnte. Der Kreis Pinneberg selbst bezuschusst die WEP in jedem Jahr mit einer Summer von 200 000 Euro.

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