Gemeinschaftsschule : Wenn Schüler eine Firma gründen

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Wer unerwartet Tintenkiller oder einen neuen Schreibblock braucht, kann ihn sich in der großen Pause in der Cafeteria kaufen. Im T-Shirt oder Hoodie demonstrieren die Mädchen und Jungen demnächst die Verbundenheit mit „ihrer“ Gemeinschaftsschule. Und mit den derzeit so beliebten Wollmützen feiten sich die Schüler im Winter gegen die Kälte. Möglich macht dies eine „Schülerfirma“, die im Wahlpflichtunterricht angeboten wird.

shz.de von
05. Mai 2015, 20:18 Uhr

Die Idee entstand im Kollegium, erklärt Björn Schwintek, der zusammen mit Frauke Tüitjer die Schülerfirma betreut. Ziel ist es, ein Gefühl für Geld und das Wirtschaftsleben zu entwickeln. Ferner stärkt die Arbeit die Persönlichkeit der Nachwuchs-Unternehmer. Die Lehrer belegten einen Wochenendworkshop, in dem unter anderem rechtliche Fragen geklärt wurden. Im Frühjahr 2014 gingen die Pädagogen durch die Klassen und stellten das Projekt vor. Nach den Sommerferien ging es an zwei Stunden in der Woche los. Wegen des großen Interesses musste die Gruppe geteilt werden. Derzeit arbeiten 31 Schüler in der GemsMo-Firma.

Anfangs gab es ein Brainstorming, in dem man die Ideen sammelte. Einige wurden in Teams umgesetzt, andere machte ein Schüler allein. Ein Businessplan ist zu entwickeln. Angebote sind einzuholen, der Preis muss kalkuliert werden. Das habe oft ziemlich lange gedauert, so Schwintek, weil sich die Schüler nicht sicher waren in ihren Entscheidungen. „Sie müssen auch scheitern dürfen“, gibt er zu Bedenken.

Das Startkapital von 1000 Euro kam vom Förderverein der Schule. Von dem Erlös müssen „Steuern“ an die Schülerfirma gezahlt und ein Teil gespendet werden. Die Schülervertretung und das Kinderhospiz „Sternenbrücke wurden so unterstützt. Was an Gewinn bleibt, fließt in die Tasche der Gemeinschaftsschüler. Ein Anreiz muss sein“, erklärt Frauke Tüitjer. Wird Verlust gemacht, trägt dies die Schülerfirma.

Klassenarbeiten gibt es nicht, jedoch Projektmappen, die geführt werden müssen und ohne Ankündigung zur Benotung eingesammelt werden können. Bei der Zensurvergabe kommt es nicht nur auf Erfolg oder Misserfolg an, sondern auch auf das strukturierte Vorgehen. Schwierig ist es für die Schüler, ihre Produkte an den Kunden zu bringen. Über eine Extra-Seite auf der GemsMo-Website soll demnächst informiert werden. Ein weiteres Problem: Die beengten Verhältnisse im Schulzentrum setzen ihnen Grenzen. Es fehlt ein Raum, in dem die Produkte verkauft werden können, geschweige denn Lagermöglichkeiten.

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