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Uetersener Nachrichten

18. Dezember 2017 | 22:03 Uhr

Klausurzeit : Wenn Kinder bei Künstlern campen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Wenn Kinder bei Künstlern campen, passiert etwas. „Wo man eine Begegnung mit Kunst und Kultur erlebt, hat man die Chance, sich auszuprobieren, sich zu entdecken – und das zusammen mit anderen“, sagt Wanda Stehr, Keramikerin in Tornesch und Vorsitzende des Vereins neon kunstdialog.

shz.de von
erstellt am 28.Jul.2013 | 21:15 Uhr

Sie lädt Kita-Gruppen und Schulklassen ein, im Garten ihres Ateliers in Ahrenlohe zu zelten und professionelle Künstler aus Schleswig-Holstein zu treffen. Anstatt an einem Wandertag in den Tierpark zu fahren, können Kinder dort eine kreative Klausurzeit verbringen. Stehr ist überzeugt: Wenn Groß und Klein gemeinsam Ton kneten, malen, fotografieren, eine Ausstellung ausrichten, kochen, essen und reden, entsteht etwas Besonderes. „Das ist ein Anstoß zur Bewusstwerdung. Man merkt, dass man mehr kann als lesen und schreiben, sondern dass man gestalterisch etwas bewegen kann.“ Die Kinder lernen Kunst als Ausdrucksform kennen. „Man kann damit eine neue Sprache erfinden“, so Stehr. In der Gruppe erfahren die Kinder zudem die Reaktion anderer auf die eigenen künstlerischen Versuche. „Es stärkt die eigene Persönlichkeit. Auch lernen sie, Rücksicht zu nehmen, sich zu tolerieren“, sagt Stehr. Was den Jungen und Mädchen am Ende bleibt, ist mehr als ein selbst gefertigtes Erinnerungsstück. „Das ist ein kleiner Erfahrungsschatz für das ganze Leben“, sagt sie. Wenn jemand in frühen Jahren der Kunst begegne, könne es sein, dass dieses Erlebnis später wieder hervorkomme.

Wanda Stehr arbeitet seit mehr als 20 Jahren als freiberufliche Künstlerin. Seit zehn Jahren gibt sie Kurse an der Volkshochschule. Seit fünf Jahren richtet sie Kindergeburtstage an ihrem Atelier aus. Zusammen mit der Hamburger Bildhauerin Almut Heer betreibt sie den Verein neon kunstdialog, der als Veranstalter des Projekts „Klausurzeit“ auftritt. Ziel der Frauen ist es, den Austausch zwischen Kunstinteressierten, -förderern und -schaffenden zu beflügeln. Die „Klausurzeit“ stellen sie daher unter das Motto „Kunst und Dialog“. Die Internet-Seite des Vereins soll diesen Austausch erweitern. Teilnehmer der Kunst-Camps sollen ihre Projekte dort künftig vorstellen können.

Das Angebot des Vereins: Gruppen aus mindestens zehn Kita- oder Schulkindern können vor dem Atelier in Tornesch im Hörnweg 28 für ein oder zwei Nächte ihre Zelte aufschlagen. Jungen und Mädchen bis zwölf Jahren sollen in Begleitung von Eltern, Lehrern oder Erziehern teilnehmen. Ältere Kinder betreuen die Künstler selbst. Die Teilnahme kostet pro Person und Nacht inklusive Verpflegung 17,50 Euro. Stehr richtet dieses Projekt nach Absprache auch an Schulen und Kitas aus.

In Planung: Bündnis für außerschulische Bildung

Das Land fördert im Rahmen der Kampagne „Kultur macht stark“ Bündnisse für außerschulische kulturelle Bildung. Es arbeitet mit 29 Verbänden zusammen, die 44 Konzepte anbieten. Wer eines davon vor Ort umsetzen will, kann eine Förderung beantragen. Der Verein neon kunstdialog bietet an, zusammen mit Schulen und deren Fördervereinen das Konzept „Kreativ-Workshop: Bildnerisches Gestalten“ umzusetzen. Interessierte melden sich bei der Vorsitzenden Wanda Stehr. Weitere Infos: www.neon-kunstdialog.de

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