Kinder- und Jugendbeirat : Wenn die Urne zum Wähler kommt

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Wenn die Gefahr einer geringen Wahlbeteiligung besteht, kommt die Urne eben zum Wähler. Diese Idee ist im Hetlinger Kinder- und Jugendbeirat erdacht worden, der am Sonntag, 24. Mai, zwischen 14 und 18 Uhr in der Grundschule neu bestimmt werden soll.

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15. Mai 2015, 18:36 Uhr

Denn die Meßlatte liegt hoch für die Vertreter der Dorfjugend. Mit 36 Prozent hatte es bei der ersten Abstimung am 25. Januar 2014 eine „sensationell Wahlbeteiligung“, so der Vorsitzende Julius Körner gegeben. Damals war parallel zur Europawahl abgestimmt worden. Ein annäherndes Ergebnis möchte der Beirat erzielen, wohl wissend, dass etwa in Wedel gerade sieben Prozent ihre Kreuzchen machten.

Deswegen wird der Hetlinger Jugendraum im Gebäude der Mehrzweckhalle zum Wahllokal. Am Donnerstag 21. Mai, von 15 bis 20 Uhr – dann ist „Jungstag“ – sowie Freitag, 22. Mai, zwischen 15.30 und 19 Uhr – der Raum gehört dann den Mädels – kann nicht nur der Wahlzettel in die Urne gesteckt werden, sondern es sind auch die Kandidaten anwesend, um sich den Fragen der Acht- bis 21-Jährigen zu stellen. Werbung in eigener Sachen machen die Nachwuchs-Politiker außerdem am 18. Mai in der Grundschule, wo ebenfalls die Stimme abgegeben werden kann.

Sechs Kandidaten stellen sich dem Votum des Marschnachwuchses. Julius Körner (16 Jahre), Florian Kleinwort, Janne Martinsteg, Bennett Skibbe (alle 17) und León Gerhartz (14) engagieren sich bereits in dem Gremium. Anika Koskowski bewirbt sich erstmals. Mindestens fünf und höchstens elf Mitglieder darf der Beirat nach der Satzung haben. Damit rutschen zwar alle Bewerber in die neue Interessenvertretung, doch ist interessant, wie viele Stimmen sie bekommen. Körner wurde Anfang 2014 als Meistgewählter Vorsitzender. Das zweitbeste Ergebnis holte Kleinwort, der stellvertretender Vorsitzender wurde.

Ein intensiver Lernprozeß liegt hinter dem Beirat. Einiges wurde erreicht. Gegen die hohen Kosten der Beförderung von Oberschülern („beinahe 500 Euro im Jahr sind zu viel“, so Körner) zog man zu Felde. Wurden die Hetlinger anfangs zwischen Landes- und Kreisebene hin und her geschickt, so ist nach Briefen der Abgeordneten Barbara Ostmeier (CDU) und Thomas Hölck (SPD) klar, dass im Kreistag die richtigen Adressanten sitzen.

Erfolgreich war das Engement für den Schulstandort, in dem vor kurzem ein Flyer mit Politikern und Pädagogen erarbeitet wurde. Die Verbesserung des Schulwaldes und der Spielplätze sehen die Kandidaten als wichtigste Aufgabe in der Zukunft. Der neue Kinder- und Jugendbeirat wird übrigens nicht wie der alte ein, sondern zwei Jahre amtieren. In der Gemeindevertretung hatte man den Anfang als gelungen angesehen und die Wahlperiode erweitert.

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