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Vortrag : Wenn die Sommerferien vor dem PC zerrinnen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Ein kalter Sommer kann für Kinder schnell zu einem Computer-Sommer werden. Bei Wind und Wolken sitzen viele lieber vor dem Daddel-Kasten als im Freibad. Aber wie viel PC-Konsum ist gesund? Wann sollten Eltern die Bremse ziehen?

shz.de von
erstellt am 03.Jul.2013 | 19:46 Uhr

Andreas Susczyk vom Team der Arbeiterwohlfahrt für Schulische Gewaltprävention Uetersen-Tornesch riet während eines Vortrags in Uetersen: Kinder unter vier Jahren sollten gar nicht vor dem Computer sitzen. Vier- bis Sechsjährige dürfen täglich nicht länger als 20 Minuten am PC spielen, Sechs- bis Achtjährige 20 bis 30 Minuten, Acht- bis Zehnjährige 30 bis 45 Minuten, Zehn- bis Zwölfjährige höchstens eine Stunde, Zwölf- bis 16-Jährige bis zu 90 Minuten und Jugendliche ab 16 Jahren maximal 120 Minuten lang. Susczyk und Tabea Kinski von der Ambulanten und Teilstationären Suchthilfe (ATS) Tornesch-Uetersen sprachen über „Neue Medien im Grundschulalter“. Eingeladen waren die Eltern der Dritt- und Viertklässler der Grundschule Birkenallee.

Aber warum üben Computerspiele überhaupt eine Faszination auf Kinder aus? Einige Mütter äußerten ihr Unverständnis darüber. Susczyk: Kinder könnten sich damit ein Machtgefühl verschaffen. „Manche sind von dem Spiel überfordert, wollen aber sagen: Ich bin reif genug, um das zu spielen“, sagte der Diplompädagoge.

Erreichen sie höhere Level, erleben sie, dass sie etwas bewirken können. Es stelle sich ein Flow ein, ein Berauschtsein von der eigenen Tätigkeit. Nicht zuletzt sei der PC als Spielpartner ständig verfügbar.

Problematisch wird es, wenn Kinder am Computer die Zeit vergessen. Kinski berichtete: „Wir haben 13-Jährige in der Beratung, die am Wochenende schnell zehn Stunden lang spielen.“

Computersucht sei als Krankheit zwar noch nicht offiziell anerkannt, werde in manchen Kliniken aber bereits behandelt. Als Entzugserscheinung sei es etwa zu werten, wenn ein Kind wütend werde, weil es nicht an den PC darf.

Ein erster Schritt der Vorbeugung kann darin bestehen, Schülern Zeitlimits am Computer zu setzen. Die Internet-Seite klicksafe.de gibt weitere Tipps (siehe Info-Kasten). Professionelle Hilfe bietet die ATS Suchtberatungsstelle Tornesch-Uetersen in Tornesch, Bahnhofsplatz 4, Telefon 04122/ 960040. Was Andreas Susczyk und Tabea Kinski über Sicherheit für Kinder beim Surfen im Internet und Chatten sagten, lesen Sie in einer unserer nächsten Ausgaben.

Tipps für Eltern

Auf der Internet-Seite klicksafe.de berät die Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) Rheinland-Pfalz Eltern zum Umgang mit Computerspielen:

Väter und Mütter sollten sich auf Internet-Seiten wie spielbar.de und usk.de über Altersfreigaben, Chancen und Risiken gängiger Spiele informieren. Sie sollten offen und unvoreingenommen mit ihren Kindern über deren Hobbys sprechen.

Wenn Väter und Mütter mitspielen, können sie auch mitreden und einschätzen, ob ein Spiel für den Nachwuchs geeignet ist. Eltern und Kind sollten gemeinsam Regeln für den Konsum von TV, PC und Konsolenspielen vereinbaren.

Die Erwachsenen sollten ihre eigenen Mediengewohnheiten hinterfragen und mit gutem Beispiel vorangehen. Es empfiehlt sich, den Kindern als Alternative zum PC gemeinsame Unternehmungen anzubieten.

Computerspiele sollten weder zur Belohnung noch zur Bestrafung eingesetzt werden. „Dadurch erhalten sie einen ungewollt hohen Stellenwert im Alltag Ihrer Kinder“, heißt es bei klicksafe.de.

„aktion ferienpass“ - die alternative

Birgit Hammermann vom Kreisjugendring Pinneberg betont: „Wir haben nichts gegen Computer.“ Immerhin bietet der Verein in seiner „Aktion Ferienpass“ Computernächte an. Wichtig sei aber, dass Kinder sich auch bewegen, so Hammermann. Bei diesen Ferienpass-Aktionen gibt es noch freie Plätze: Steinzeitpark in Albersdorf, 4. Juli; Zauberwandern in Barmstedt, 5. Juli; Entdecke alte Spiele, 8. Juli; Heidepark, 8. Juli; Cajon spielen, 11. Juli; Schwimmaktionstag, 12. Juli; Schatzsuche, 12. Juli; Eine Nacht in der Spielothek, 12.-13. Juli; Fahrradtour zu den Karl-May-Festspielen, 12.-14. Juli; Casino, 15. Juli; Fußballtage, 15.-18. Juli; Wattwandern in Friedrichskoog, 17. Juli; Klang und Percussion, 18. Juli; Eine Nacht im Rabatzz, 19.-20. Juli; Tolkschau, 22. Juli; Beach-Fun, 31. Juli; Baseball, 1.-2. August. „www.aktion-ferienpass.de“.

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