zur Navigation springen

Familienbildungsstätte : Wenn der Mama alles zu viel wird

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Nach der Entbindung beginnt für viele Mütter der Wahnsinn. Das Baby schreit, der Bruder tobt vor Eifersucht, der Vater ist im Büro und die Großeltern pflegen am anderen Ende Deutschlands ihre Hobbys.

shz.de von
erstellt am 19.Mär.2012 | 21:25 Uhr

In solchen Notlagen springen Sabine Görs und das „wellcome“-Team der Familienbildungsstätte in Uetersen ein. Die Einrichtung bezog im April vor drei Jahren das Albert-Schweitzer-Haus an der E.-L.-Meyn-Straße.

Die ehrenamtlichen Helferinnen kommen zu Müttern in Uetersen, Groß Nordende, Neuendeich, Heidgraben, Tornesch, Moorrege und Heist nach Hause, halten ihnen für ein paar Stunden den Rücken frei. Mal eben zum Friseur, zur Rückbildung oder zum Einkaufen – das geht dann ganz entspannt. Das Angebot für Mütter von Kindern im ersten Lebensjahr kostet pro Stunde vier Euro. Zwölf Frauen nehmen es zurzeit in Anspruch.

Wer fachlich qualifizierte Hilfe bei der Pflege und Betreuung des Kindes braucht, wendet sich an das Projekt „Hand in Hand“ im selben Haus. Dr. Anja Daniel koordiniert ein Team aus Hebammen und Ehrenamtlichen. Stellt sie bei einer Mutter einen erhöhten Unterstützungsbedarf fest, finanziert sie die Hilfe aus einem Etat des Kreises Pinneberg. Das Angebot richtet sich an Mütter mit bis zu drei Jahre alten Kindern.

Beide Projekte wurden vor drei Jahren gegründet. Seit 20 Jahren bietet Elke Köpcke in der Familienbildungsstätte Eltern-Kind-Kurse an. Die Kleinen werden auf den Kindergarten vorbereitet und lernen Deutsch. Eltern und Kinder singen, spielen, basteln gemeinsam. Oft ausgebucht sind die Delfi-Gruppen (Denken, Entwickeln, Lieben, Fühlen, Individuell) für Babys im ersten Lebensjahr. Im Angebot sind auch Kurse für Erste Hilfe am Kind.

Görs, Daniel und Köpcke freuen sich, dass immer mehr Frauen ihre Hemmungen überwinden und Hilfe in Anspruch nehmen. „Wenn die Knie anfangen zu zittern, sollten sich Eltern bei uns melden und nicht erst, wenn man am Boden liegt“, sagt Görs. Die zunehmende Einrichtung von Krippenplätzen hat allerdings dazu geführt, dass die Angebote für ältere Kinder und ihre Eltern nicht mehr so stark wie vor drei Jahren gefragt sind.

Wer Hilfe braucht, wendet sich an Görs und Daniel unter Telefon 04122/4032845. Das Kursangebot gibt es im Internet unter www.fbs-pinneberg.de

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert