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Uetersener Nachrichten

20. Oktober 2017 | 01:43 Uhr

Interview : „Wenig Spielraum“

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Oliver Stolz, vormals Bürgermeister von Rellingen, wurde im Frühling 2010 Chef der Kreis Pinneberger Verwaltung. Im Interview spricht er über Aktuelles. UeNa: Herr Stolz, welche Aufgaben als Verwaltungschef sind Ihnen am liebsten? O. Stolz: Ich habe gern Kontakt mit Menschen und dies umso lieber, wenn ich das Gefühl habe, helfen zu können – wie bei Schirmherrschaften oder Verhandlungen. Wichtig ist mir aber auch, zuhören zu können. Gut verzichten kann ich auf unproduktive Sitzungen – noch schlimmer, wenn es vorrangig um die Lust am Streit und Wortklaubereien geht. Und es macht natürlich keine Freude, unangenehme Entscheidungen beispielsweise in Personalangelegenheiten zu vertreten, aber das ist Teil des Jobs.

shz.de von
erstellt am 03.Aug.2012 | 19:23 Uhr

UeNa: In der Vergangenheit kam es öfter zu „Zusammenstößen“ mit der Politik - sind diese einer verbesserungswürdigen Kommunikation geschuldet?

O. Stolz: Generell bin ich überzeugt, dass wir mit hoher Transparenz informieren. Das ist eines meiner Ziele gewesen. Konstruktive und angemessene Kritiker finden bei mir immer ein offenes Ohr. Es gehört aber auch zu meiner Verantwortung, im Einzelfall einmal Entscheidungen zu treffen, die politische Relevanz haben können.

UeNa: Was wünschen Sie sich von der Neuordnung des kommunalen Finanzausgleichs?

O. Stolz: In allererster Linie wünsche ich mir, dass die Besonderheiten der Kreise, Städte und Gemeinden mehr gewichtet werden. Trotz einer der höchsten Kreisumlagen im Land bleibt uns nur wenig Gestaltungsspielraum. Wichtig ist auf jeden Fall, dass die gesetzlich von Bund und Land etablierten Rechtsansprüche auf soziale Leistungen vom Krippenplatz bis zur Eingliederungshilfe ausfinanziert werden sollten, so wie das immerhin bei der Grundsicherung schon erfolgt ist.

UeNa: Wie wollen Sie den fast 100 Millionen Euro Schulden begegnen und wo sehen Sie den Kreis in zehn Jahren?

O. Stolz: Der Defizitabbau muss oberste Priorität haben. Aktiv können wir als Kreis dies natürlich mit beeinflussen, indem wir weiterhin unsere Hausaufgaben in der Verwaltung machen; ständig überprüfen, wie wir uns verbessern und kostengünstiger werden. Perspektivisch müssen wir aber auch unsere Chancen zur Verbesserung der Wirtschafts- und damit Steuerkraft nutzen. Ich will keinen Hehl daraus machen, dass ohne eine ausreichende Finanzierung der Sozialaufgaben kaum Luft für Investitionen in die Zukunft der Bildung vorhanden ist.

UeNa: Wie fit sind Sie in den neuen Medien?

O. Stolz: Ich stehe der Nutzung meiner persönlichen Daten durch kommerzielle Dritte kritisch gegenüber. Ich finde sogar, dass die Gesprächskultur, der Umgang miteinander leidet. Aber zugegeben: Ich habe wenig Zweifel, dass wir vorrangig über diese Internetplattformen überhaupt noch die junge Generation erreichen werden. UeNa: Herr Stolz, vielen Dank für das Gespräch.

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