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Uetersener Nachrichten

23. August 2017 | 08:40 Uhr

SPD Tornesch : Wem nützt die Fusion?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Seit dem ausgehenden Mittelalter gelang es den Habsburgern immer wieder, durch Heiraten den eigenen Herrschaftsbereich äußerst erfolgreich auszudehnen. Manfred Mörker, Vorsitzzender des SPD-Ortsvereins Tornesch, eröffnete mit dem Motto der alten Habsburger „Kriege führen mögen andere, du glückliches Österreich heirate“ die Diskussionsveranstaltung, zu der die Tornescher Sozialdemokraten zum Thema „Fusion? Nein Danke!“ eingeladen hatten. „Im Falle einer Heirat der Kommunen Tornesch und Uetersen muss man sich fragen, wem nützt sie“, so Manfred Mörker.

Der Einladung zur offenen Diskussionsrunde in das AWO-Café „Kleiner Friedrich“ waren sowohl Fusionsgegner als auch Fusionsbefürworter aus beiden Kommunen gefolgt. Die Tornescher Genossen hatten keine langen Reden gegen die Fusion vorbereitet und hatten auch kein Podium gebildet, sie saßen sozusagen mitten unter den Bürgerinnen und Bürgern, mit dem Ziel, sich in lockerer Runde den Fragen und Argumenten zu stellen und die Position der SPD gegen die Fusion erneut zu verdeutlichen. Fraktionsvorsitzende Verena Fischer-Neumann konzentrierte sich in ihrem Einstieg in die Diskussion auf drei Punkte: die demografische Entwicklung, die Größe der Stadtfläche und die Selbstbestimmung. „Wie jeder weiß, dass Tornesch boomt. Es entsteht ein großes Baugebiet für Jung und Alt, für Betuchte und weniger Betuchte. Davon steht in dem Rambøll-Gutachten nichts. Wir haben doppelt so viel Grundfläche wie Uetersen und genügend Flächen auch für eine gewerbliche Weiterentwicklung. Erhebt sich die Frage, ob wir nicht alleine entscheiden wollen, wie wir uns weiterentwickeln“, so Verena Fischer-Neumann. Aus Tornescher Sicht seien Fusions-Vorteile nicht zu erkennen, betonte sie.

Während die Sozialdemokraten etwas müde wirkten, die bereits mehrfach geäußerten Argumente gegen die Fusion zu wiederholen, hielt Altbürgermeister Uwe Mettjes eine flammende Rede. Der Sozialdemokrat wohnt zwar nicht mehr in Tornesch, war jedoch 35 Jahre dort Kommunalpolitiker, davon zwölf Jahre Bürgermeister. „Aus meiner Sicht gibt es für Tornesch bei einer Fusion nur Nachteile. Die Steuersätze werden steigen und die Einflussmöglichkeiten der Tornescher Bürger durch politische Vertreter geringer. Aber die Entwicklung der fusionierten Stadt würde sich zu 90 Prozent auf Tornescher Gebiet abspielen. Will man das von einer Uetersener Mehrheit beschließen lassen?“.

Fusions-Befürworter aus Uetersen und der Tornescher CDU stellten den Regions-Gedanken in den Mittelpunkt, führten an, dass Tornesch auch ohne Fusion Steuern erhöhen müsse und verwahrten sich dagegen, dass bei einer Fusion Politiker aus Uetersen über die Interessen der Bürger im Tornescher Stadtteil hinweg Entscheidungen treffen würden.

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erstellt am 18.Sep.2013 | 20:21 Uhr

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