Entwicklung : Welche Zukunft hat die Grundschule?

„Auf Dauer nicht haltbar“ ist für Sven Hauenstein die Situation an der Grundschule Haseldorfer Marsch. Die Schülerzahlen zwischen dem Haupthaus in Haseldorf und der Dependance in Hetlingen unterscheiden sich deutlich. In der Einrichtung am Kamperrege wurden zwischen 25 und 29 Schüler pro Jahrgang unterrichtet, wobei die 1. Klasse mit 21 Mädchen und Jungen eine Ausnahme bildet. In Hetlingen sind es zehn oder elf Schüler. Dort ist die 3. Klasse mit 17 Schülern die Ausnahme. Aus der Sicht der Vorsitzenden des Elternbeirates der Haseldorfer Schule ist dies „Ressourcenverschwendung“.

shz.de von
11. Juli 2012, 18:48 Uhr

Der Schulträger, das Amt Haseldorf traue sich nicht an das Problem ran. Das Bildungsministerium in Kiel, mit der Hauenstein telefoniert habe, verweist auf die Schulleitung, die entscheiden könnten.

Der engagierte Vater schlussfolgert: „Die Schulen werden von der Landsregierung allein gelassen.“ Bei der Verteilung der Lehrerstunden wird Hetlingen gegenüber dem Zentrum bevorzugt. Lehrer müssten zwischen den beiden Standorten hin und her fahren, hätten damit keine Zeit mehr, sich in den Pausen um die Schüler zu kümmern. Der Vorsitzende des Schulelternbeirates kann verstehen, dass die Hetlinger ihre Schule als Zentrum im Dorf erhalten wollen. „Wir Haselauer haben einst auch unser Schule verloren und es verkraftet“, entgegnet er. Vorbildfunktion hat für ihn der Neubau des Kindergartens neben der Haseldorfer Grundschule. „Dafür werden zwei Standorte aufgegeben, einer in Haseldorf und einer in Haselau“, erläutert er. „Man kann in Zukunft aber pädagogisch besser arbeiten und die Mittel sinnvoller nutzen.“

Sinkende Geburtenzahlen verschärfen das Problem aus der Sicht von Hauenstein noch. 2015 werden nach heutigem Kenntnisstand 20 Kinder eingeschult, und zwar an beiden Standorten. Seine Forderung ist deswegen klar: „Die Diskussion muss jetzt beginnen, damit im Schuljahr 2013/14 an einem realistischen Schulentwicklungskonzept gearbeitet werden kann.“

Schulrat Dirk Janssen verweist auf den bestehenden Vertrag zwischen dem Amt Haseldorf und der Gemeinde Hetlingen, der Grundlage der Kooperation ist. Darin wird die Existenz des Schulstandortes Hetlingen sicher gestellt. Die Problematik der Schule an zwei Standorten ist ihm bekannt, weswegen er im kommenden Schuljahr Gespräche führen will. Im „Konsens mit allen Beteiligten“ möchte Janssen damit „handhabbare Lösungen finden.“

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