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Großübung von Feuerwehr und THW : Wedel: Hochwasser und Sturm

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Manche sagen: Wenn wieder einmal eine so starke Sturmflut wie 1962 und 1976 das Wasser bis an die Deichkronen der Haseldorfer und Wedeler Marsch drückt, wird es alleine deshalb noch viel gefährlicher werden, weil der Zusammenhalt der Menschen nicht mehr derselbe ist. Und weil die Kompetenzstrukturen viel unübersichtlicher sind als vor 50 beziehungsweise 36 Jahren.

shz.de von
erstellt am 26.Feb.2012 | 21:20 Uhr

Im Bereich der Rettungsdienste muss sich jeder ohnehin blind auf den Nächsten verlassen können. Diese Kompetenzen werden durch beständiges Üben herausgebildet. Manchmal nimmt die Öffentlichkeit ein solches Tun nur kopfschüttelnd zur Kenntnis. So am Sonnabend in Wedel. Der gesamte Bereich der Hochwasserschutzanlage war abgesperrt, der Elberaum rund um Willkomm Höft war zur Übungszone erklärt worden. Autofahrer durften wegen des vermeintlichen Hochwassers wieder abdrehen. Einige zeigten dafür wenig Verständnis. Feuerwehr, Polizei und Technisches Hilfswerk hatten sich in Erinnerung der beiden großen Sturmfluten und des Jahrestages zu einer Deichverteidigungsübung getroffen. Einsatzleiter war der Wedeler Bürgermeister.

Angenommene Lage bei bestem Wetter war eine schwere Sturmflut mit Wasserständen von mehr als 3,9 Metern über dem mittleren Tidehochwasser (MThw). Und der Wind blies gedanklich mit Stärken 9 bis 11 seit drei Tagen aus nordwestlicher Richtung. Die Hochwasserschutzanlage in Wedel schützt bis zu einer Höhe von 5,3 Metern und der Landesschutzdeich bis etwa 5,5 Metern über über MThw. Zunächste wurden die Flutschutztore geschlossen. Mitarbeiter des Baubetriebshofes unterstützten die Einsatzkräfte tatkräftig und mit Maschinen. Seitens der Feuerwehr wurde eine Abschnittsleitung aufgebaut, die für die Kommunikation mit dem Stab der Stadt Wedel notwendig war. Die Mitarbeiter im Rathaus spielten das Szenario einer möglichen Evakuierung betroffener Gebiete durch.

Fachleute des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN) berieten die Kräfte beim Schließen der Stöpe an der Schulauer Straße. Das Technische Hilfswerk Elmshorn unterstützte mit einer Sandsackfüllmaschine des Kreis Pinnebergs. So konnten die fehlenden Sandsäcke schnell nachgefüllt und die Stöpe komplett geschlossen werden. Während der Großübung wurde auch eine Funkverbindung zu den Deichläufern (Helfer des Deichgrafens) getestet. Die Manöverkritik fiel durchweg positiv aus. Die Zusammenarbeit der einzelnen Kräfte funktionierte einwandfrei. Festgestellte Mängel hinsichtlich der Ausrüstung sollen kurzfristig abgestellt werden. Die Übung, die um 9 Uhr begonnen hatte, konnte gegen 13.30 Uhr mit einer Erbsensuppe an der Feuerwache beendet werden.

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