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Uetersener Nachrichten

20. Oktober 2017 | 18:31 Uhr

Aktion : Wedel feiert mit den Ärmsten

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Eine Dauerwurst, aufgeschnittener Schinken, Käse und Würstchen, Schokolade und Marzipan, Weihnachtsgebäck, ein kleines Kartenspiel, ein Engel, Obst und Gemüse in Dosen, Knäckebrot, eine Kerze, Kaffee und ein persönlicher Weihnachtsgruß. Das alles sollen Wedeler in Pakete für ihre armen Mitbürger legen – haltbar, eingeschweißt, aber liebevoll.

shz.de von
erstellt am 27.Nov.2014 | 20:30 Uhr

Niemand geringerer als der Weihnachtsmann wird die Päckchen am Sonnabend vor dem vierten Advent im Stadtteilzentrum „mittendrin“ verteilen. Leiter Rainer Bleuel und Irmgard Jasker von der Friedenswerkstatt Wedel richten dort eine Weihnachtsfeier für die Besucher der Tafel und der Arbeitslosenhilfe aus. Sie rechnen mit mehr als 100 Besuchern. 1992 rief Jasker die Aktion ins Leben. „Für mich beginnt damit immer Weihnachten, weil es so anrührend ist“, sagte sie gestern.

Die Zeremonie hat Tradition: Ab 15 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen. „Dann klopft es draußen an der Tür: Es kommt der Weihnachtsmann“, berichtete Jasker. Reinhard Tießen betritt verkleidet den Raum. Wer ein Geschenk haben will, muss ihm ein Gedicht aufsagen, singen oder etwas erzählen. Jasker erinnerte sich: „Einmal hat ein türkischer Junge aus der ersten Klasse drei plattdeutschte Gedichte aufgesagt.“ Er hatte die Lacher auf seiner Seite. Viele kämen nicht in erster Linie wegen der Pakete. „Viel wichtiger ist, dass wir zusammenkommen“, betonte die Wedelerin. Auch Menschen aus anderen Kulturkreisen würden spüren: „Das ist ein Fest, bei dem wir alle zusammengehören“, so Jasker. Ein Besucher habe einmal zu ihr gesagt: „Sie geben uns ein Stück Menschenwürde zurück.“ Für Jasker ist das Fest ein Stück Friedensarbeit.

Das erste Paket überreichte gestern im Namen der Stadt Wedel der Fachbereichsleiter für Bürgerservice, Ralf Waßmann. Er zeigte sich beeindruckt von dem Engagement der Aktiven. In den mehr als zehn Notunterkünften der Stadt leben etwa 250 Menschen. Allein in diesem Jahr nahm die Kommune rund 80 Flüchtlinge auf.

Pakete im Wert von 30 Euro können montags bis donnerstags von 9 bis 18 Uhr und freitags von 9 bis 13 Uhr im Stadtteilzentrum in der Friedrich-Eggers-Straße 79 abgegeben werden. Wer das Fest mit vorbereiten will, meldet sich bei Bleuel unter Telefon 04103/180627.

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